Blick auf Druckwärmespeicher, die auf dem Gelände des Heizkraftwerks Cottbus stehen.

Blick auf Druckwärmespeicher, die auf dem Gelände des Heizkraftwerks Cottbus stehen.

Bild: © Frank Hammerschmidt/dpa

Grundsätzlich liegt es im Ermessen der Fernwärmeversorger, wie oft sie ihre Preise verändern, solange sie die gesetzlichen und vertraglichen Vorgaben einhalten. In der Praxis gibt es jedoch eine klare Tendenz, wie eine Datenauswertung der Transparenzplattform Fernwärme zeigt.

Demnach werden in 57 Prozent der gelisteten Wärmenetzgebiete jährliche Anpassungen vorgenommen. Damit ist dieser Turnus mit Abstand der meistverwendete. Insgesamt wurden 389 Wärmenetze ausgewertet.

Monatlicher Rhythmus Seltenheit

Deutlich seltener werden halb- und viertelährliche Anpassungszyklen verwendet. Der vierteljährliche Turnus wurde in 22 Prozent der Fälle angegeben, der halbjährliche in 18 Prozent der Fälle.

Ein monatlicher Anpassungsrhythmus wird nur in sieben aufgelisteten Wärmenetzen vorgenommen. Drei Unternehmen machten keine Angaben zum Anpassungszyklus.

Mainova setzt auf jährlichen Zyklus

Bei der Festsetzung der Fernwärmepreise spielt der Anpassungszyklus eine wesentliche Rolle. Wenn die Preise der Energieträger auf den Beschaffungsmärkten stark schwanken, können sich bei unterschiedlichen Anpassungszyklen erhebliche Preisunterschiede ergeben.

Die Transparenzplattform gibt auch Auskunft darüber, wie häufig große Fernwärmeversorger ihre Preise anpassen. Die Frankfurter Mainova, die zwei Wärmenetzgebiete eingestellt hat, setzt auf einen jährlichen Rhythmus.

EWE und EnBW mit halbjährlichem Zyklus

DEW21 in Dortmund, Enercity in Hannover, die Rheinenergie in Köln sowie die Energiekonzerne EWE und EnBW wählen in ihren Netzgebieten einen halbjährlichen Zyklus. Für einen vierteljährlichen Turnus hat sich der Bremer Versorger SWB entschieden.

Manche Fernwärmeunternehmen wählen einen Mix. Dazu gehören zwei der größten kommunalen Anbieter.

Blick nach Hamburg und München

Die Hamburger Energiewerke setzen im Stadtgebiet auf einen jährlichen Anpassungszyklus. Die Wärme wird hier aus einem Mix aus Steinkohle, Abfall, Erdgas, Leichtöl und Biogas erzeugt. In den Stadtteilen Allermöhe, Burgwedel und Schnelsen, wo Fernwärme ausschließlich aus Erdgas gewonnen wird, erfolgt die Anpassung nach eigenen Angaben monatlich.

Die Stadtwerke München haben sich im Versorgungsgebiet München Region Südost für einen jährlichen Turnus entschieden. Die Wärme wird hier aus Geothermie und Erdgas gewonnen. Im Versorgungsgebiet, das München Stadt mit einschließt, erfolgt die Anpassung dagegen vierteljährlich. Der Erzeugungsmix umfasst hier Erdgas, Steinkohle, Abwärme und Geothermie. (aba)

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