Die Auswirkungen der Energiekrise sind auch in den Grundversorgungstarifen des kommenden Jahres noch zu spüren – wenn auch unterschiedlich stark.

Die Auswirkungen der Energiekrise sind auch in den Grundversorgungstarifen des kommenden Jahres noch zu spüren – wenn auch unterschiedlich stark.

Bild: © Daniel Bockwoldt/dpa

Das Jahr 2023 startete mit einer Spanne in den Grundversorgungspreisen, die ihresgleichen suchte. Bei Strom ging es von 28 Cent pro Kilowattstunde (kWh) hinauf auf 95 Cent. Bei Gas lagen die Extrempole zwischen neun und 34 Cent pro kWh.

Die Lage auf den Großhandelsmärkten hat sich seitdem spürbar entspannt. Und so ist auch das Grundversorgerfeld preislich wieder näher zusammengerückt. Die Kluft bleibt aber groß. Das dürfte sich mit Auslaufen der Preisbremse zum Jahresende nun auch deutlich stärker auf Endkunden auswirken.

Gas-Grundversorgung: Knapp ein Viertel bei über 15 Cent pro kWh

Nach Angaben des Leipziger Dienstleisters Get AG werden nach jüngstem Erfassungsstand rund 36 Prozent der untersuchten Gas-Grundversorgungstarife zu Beginn des kommenden Jahres bei zwölf Cent pro kWh oder darunter liegen. Dabei geht es vereinzelt bis auf acht Cent pro kWh hinunter.

Etwa 64 Prozent der Tarife hingegen liegen über der zum Neujahr hinfälligen Preisbremsenschwelle und knapp ein Viertel sogar über 15 Cent pro kWh. Für die Recherche wurde ein Jahresverbrauch von 20.000 kWh angenommen. Zudem wurde mit dem derzeit noch gültigen Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gerechnet. Ausgewertet wurden die Brutto-Arbeitspreise. Grundpreise wurden nicht berücksichtigt.

Strom-Grundversorgung: Neun Prozent über 50-Cent-Schwelle

Noch entspannter mutet die Lage auf dem Strommarkt an. Hier werden laut Get AG voraussichtlich rund 57 Prozent der untersuchten Grundversorgungstarife Anfang Januar bei 40 Cent pro kWh oder darunter liegen. Im Einzelfall ging es sogar bis auf 28 Cent pro kWh nach unten.

43 Prozent der untersuchten Grundversorgungstarife weisen Preise oberhalb der im Januar hinfälligen Preisbremsenschwelle auf. Bei rund neun Prozent liegt der Arbeitspreis sogar bei mehr als 50 Cent pro kWh.

Tarifänderungen für Februar bereits signalisiert

Für die Strompreis-Analyse wurde ein Jahresverbrauch von 3500 kWh angenommen. Auch hier wurden lediglich Brutto-Arbeitspreise ausgewertet. Grundpreise wurden nicht berücksichtigt. Auch eine mögliche Erhöhung der Übertragungsnetzentgelte durch den drohenden Wegfall eines Milliardenzuschusses durch den Bund floss nicht in die Analyse ein.

Nachträgliche Änderungen der Datenlage zum Jahreswechsel schloss ein Sprecher der Get AG in Einzelfällen nicht aus. Außerdem seien schon Tarifänderungen zum Februar 2024 und später aus dem Markt signalisiert oder erfasst worden, sagte er.

Weiterhin Tiefpreise im bayerischen Pfarrkirchen

Zu Jahresbeginn waren die Stadtwerke Pfarrkirchen in Niederbayern mit gerade einmal 28 Cent pro kWh bundesweit günstigster Strom-Grundversorger. Wer meinte, dass das Kommunalunternehmen die Beschaffungskosten des Strompreisrallye-Jahres 2022 eben ein Jahr später weiterwälzen würde, dürfte sich getäuscht haben. Im neuen Jahr geht der Grundversorgungspreis zwar nach oben – jedoch nur leicht auf 31 Cent pro kWh.

Damit können die Pfarrkirchner weiterhin selbst in der traditionell etwas teureren Grundversorgung mit bundesweiten Billigstromangeboten mithalten. Neukunden außerhalb des eigenen Versorgungsgebiets können davon nicht profitieren. "Aufgrund der derzeitigen Marktsituation" würden diese "vorübergehend" außerhalb des eigenen Versorgungsgebiets nicht aufgenommen, steht auf der Website.

In Weiden steigt Gas-Grundversorgung 2024

Weit oberhalb der Strompreisbremsschwelle befinden sich dagegen derzeit die Stadtwerke Metzingen in Baden-Württemberg. Der Arbeitspreis beträgt hier seit Jahresanfang 78 Cent pro kWh. Das dürfte sich erst im Februar ändern. Dann ist eine Preissenkung geplant.

Eine Erhöhung der Gaspreise in der Grundversorgung gaben die Stadtwerke Weiden in der bayerischen Oberpfalz bekannt. Hier steigt der Preis zum Jahreswechsel von 16 auf 18 Cent pro kWh.

Acht Cent pro kWh Gas in Grundversorgung

Nach unten gingen die Preise wiederum bei den Stadtwerken Lichtenfels in Nordbayern. Seit Beginn der Heizperiode im Oktober kostet die Kilowattstunde Gas dort nur noch acht Cent pro kWh – damit dürfte der Versorger zu den bundesweit günstigsten Gas-Grundversorgern gehören. (aba)

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