Das Kraftwerk in der Robert-Bosch-Straße ist eines der vier großen Heizkraftwerke der Stadtwerke, die die Wärmeversorgung in Schwäbisch Hall sicherstellen.

Das Kraftwerk in der Robert-Bosch-Straße ist eines der vier großen Heizkraftwerke der Stadtwerke, die die Wärmeversorgung in Schwäbisch Hall sicherstellen.

Bild: © Harald Reich/Stadtwerke Schwäbisch Hall

Die hohe Volatiliät an den Energiemärkten und die Preisexplosion, vor allem im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres, haben die Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH in die roten Zahlen gedrückt. Der Kommunalversorger schloss das Geschäftsjahr 2021 laut Pressemitteilung mit einem Verlust nach Steuern in Höhe von 4,16 Mio. Euro ab. 2020 hatte das Unternehmen laut Geschäftsbericht noch 5,9 Mio. Euro an die Gesellschafter ausgeschüttet. Die Umsatzerlöse hingegen stiegen deutlich auf 299,7 Mio. Euro (2020: 230,0 Mio.).

Besonders stark fielen die Belastungen in der Wärmeversorgung, konkret im Bereich der Blockheizkraftwerke, aus. In der Fernwärmesparte können die gestiegenen Gasbeschaffungskosten aufgrund vertraglicher Regelungen erst mit einer Verzögerung an die Endkunden weitergegeben werden. Außerdem haben die Haller Stadtwerke für drohende Verluste des aktuellen Geschäftsjahres bereits eine Rückstellung gebildet.

 

Negativ wirkten sich die gestiegenen Energiepreise und die Preisschwankungen auch auf das Geschäftsfeld energiewirtschaftliche Dienstleistungen aus, in dem die Stadtwerke Schwäbisch-Hall einen Großteil ihrer Erträge erwirtschaften. Viele Dienstleistungskunden der Haller Stadtwerke hätten zahlreiche ihrer Kunden gekündigt, heißt es. Auch Insolvenzen seien im Kreise der Dienstleistungskunden zu verzeichnen gewesen.

Deutlicher Rückgang bei Dienstleistungserlösen

Deshalb hätten die Stadtwerke zum Jahresende einen deutlichen Rückgang der betreuten Endkundenzahlen feststellen müssen. Mit der Reduzierung der Endkundenzahl ist naturgemäß auch ein signifikanter Rückgang an Dienstleistungserlösen verbuchen.

Mit energiewirtschaftlichen Dienstleistungen geht es hauptsächlich um Anwendungen und Prozesse , die das Unternehmen unter der Marke SHERPA-X für andere Energieversorger erbringt (zum Beispiel Lieferantenwechsel, Netznutzungsmanagement, Abrechnung, Kundenservice, Abwicklung Marktkommunikation) sowie die Dienstleistungen aus der eigenen Verbundleitwarte heraus (wie Netzführung, Störungserfassung und Überwachung von Netzen und Anlagen).

Fokus liegt auf dem Erneuerbaren-Ausbau

Zusätzlich belasteten coronabedingt die Verlustsparten Bäder und Parkierung das Ergebnis, . beide Sparten haben noch nicht das Umsatzniveau des Jahres 2019 erreicht.

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall haben sich im vergangenen Geschäftsjahr verstärkt auf den Ausbau von erneuerbaren Energien fokussiert. In diesem Bereich wurden im Jahr 2021 die Genehmigungsvoraussetzungen verbessert. Da die Planung für Freiflächenfotovoltaik- und Windkraftanlagen jedoch eine gewisse Zeit in Anspruch nehme, würden sich diese Investitionen erst später positiv auf die Bilanz auswirken. (hoe)

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