Gefahrenhinweiskarten – hier für die Orte Spitzkunnersdorf und Oderwitz in der Oberlausitz – zeigen, wo Gemeinden im Falle von Starkregenfällen von Überschwemmungen besonders betroffen sein könnten.

Gefahrenhinweiskarten – hier für die Orte Spitzkunnersdorf und Oderwitz in der Oberlausitz – zeigen, wo Gemeinden im Falle von Starkregenfällen von Überschwemmungen besonders betroffen sein könnten.

Grafik: © A. Sauer/IÖR

Auch Orte, die nicht in der Nähe von Gewässern liegen, können von Überflutungen und Schäden betroffen sein. Wann und wo genau bei Unwettern extreme Regenfälle niedergehen, ist schwer abzuschätzen. Umso wichtiger ist es, mögliche Risiken durch Starkregenfälle im Vorfeld abzuschätzen und geeignete Maßnahmen zu treffen, um potenzielle Schäden zu minimieren.

Auf einer neuen Website findet sich nun ein Überblick über geeignete Maßnahmen und gute Beispiele aus der Praxis. Die Toolbox ist Ergebnis des Projekts „Rainman“. Insgesamt zehn Partner und viele Kommunen und Fachbehörden aus Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Polen und Kroatien haben sie in drei Jahren zusammengetragen. Gefördert wurde das Projekt durch das Interreg Central Europe-Programm der Europäischen Union.

Zahlreiche „Steckbriefe“

Die Toolbox enthält neben einer Sammlung von Methoden zur Abschätzung und Kartierung von Starkregenrisiken auch Orientierungshilfen für die Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Risikominderung sowie Inspiration und Anleitung zur Risikokommunikation. Zahlreiche Steckbriefe informieren über Beispiele guter Praxis für das integrierte Management von Starkregenrisiken in den sechs beteiligten europäischen Ländern. Die Werkzeuge zur Risikoabschätzung und Kartierung zeigen kommunalen Entscheidern beispielsweise Methoden zur Erfassung von Orten, an denen sich im Fall von Starkregen Wasser sammelt, und von Wegen, die das Wasser auf seinem Weg zum nächsten Gewässer nehmen und dabei Menschen, Infrastruktur und Eigentum schädigen kann.

Auf Basis dieses Wissens können Verantwortliche für ihre Region Vor-Ort-Untersuchungen beauftragen sowie passende Vorsorgemaßnahmen treffen. Mögliche Ansatzpunkte zur Risikominderung reichen von lokalen Maßnahmen der Flächennutzungsplanung über natürliche oder technische Maßnahmen zum Rückhalt bis zur sicheren Ableitung des Wassers.

Beispiel Sachsen

Damit sich Bevölkerung, Kommunen und Regionen in Sachsen schon im Vorfeld auf die wachsende Gefahr durch Starkregen vorbereiten und Schäden künftig besser vermeiden können, haben das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung (SMR) gemeinsam mit einigen Pilotgemeinden in den zurückliegenden drei Jahren gute Beispiele der Vorsorge geschaffen.

Im Leutersdorfer Ortsteil Spitzkunnersdorf (Landkreis Görlitz) etwa hatte 2017 nach starken Regenfällen eine Sturzflut große Schäden verursacht. Wild abfließendes Wasser schoss über großräumige Feldflächen auf das nächste Gewässer zu, riss dabei Schlamm mit und überflutete die dazwischengelegenen Siedlungsbereiche großflächig. Erstmals werden nun in Spitzkunnersdorf Starkregenereignisse in eine Fachplanung zur Verbesserung des Hochwasserschutzes einbezogen. Zur Unterstützung der Gemeinde hat das IÖR räumlich hochauflösende Gefahrenhinweiskarten mit Wasserständen und Fließgeschwindigkeiten für verschiedene Starkregenszenarien erstellt. Dies ist eines der Praxisbeispiele, die man auf der Rainman-Website in der Rubrik "Unsere Geschichten" nachlesen kann. (hp)

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