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Regen trübt BWB-Bilanz

Die Berliner Wasserbetriebe haben im abgelaufenen Geschäftsjahr Rückgänge verbuchen müssen. Rückläufig sind auch wichtige Kennzahlen der Stadtwerke-Tochter.
18.06.2024

2023 war ein ausgesprochen regenreiches Jahr. Darüber kann auch die Sonne auf dem Foto nicht hinwegtäuschen.

Das regenreiche Wetter im vergangenen Jahr hat die Geschäftsbilanz der Berliner Wasserbetriebe (BWB) eingetrübt. Während der Umsatz gegenüber dem Jahr 2022 leicht zurückging, büßte der Jahresüberschuss deutlich mehr ein.

Als Hauptgrund nennt das landeseigene Unternehmen, zu dem auch die Berliner Stadtwerke zählen, die hohe Regenmenge. 2023 sei mit 700 Litern pro Quadratmeter fast doppelt so viel Regen gefallen wie im Jahr zuvor – ein Plus von 34 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittelwert.

Gut für die Natur, aber unvergütet

Dies wirke sich zwar positiv auf die Stadtnatur und das Grundwasser aus, so die BWB weiter. Allerdings werde dadurch weniger Trinkwasser verkauft und zugleich der gestiegene Aufwand für das Regenwasser nicht vergütet.

Der Umsatz sank im abgelaufenen Geschäftsjahr um 25,7 Millionen (Mio.) Euro auf 1.278,9 Mio. Euro. Der Gewinn nach zwölf Monaten belief sich auf 219,9 Mio. Euro. Das sind 46,4 Mio. Euro weniger als in dem Jahr davor.

Die BWB-Aufsichtsratsvorsitzende und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hob insbesondere die Investitionen hervor: 1,3 Mio. Euro täglich hat das Unternehmen demnach im Schnitt 2023 investiert.

Über eine Milliarde Euro neuer Investitionen

Für 2024 und 2025 planen die BWB Investitionen von jeweils rund 642 Mio. Euro. "Ein Schwerpunkt sind dabei Maßnahmen gegen klimatische Herausforderungen wie Starkregen und Trockenheit", so Giffey. Zweite zentrale Herausforderung neben dem Klimawandel sei die wachsende Stadt.

Die 2014 gegründeten Berliner Stadtwerke produzieren vor allem Ökostrom und beliefern neben dem Land Berlin und einigen Landesunternehmen rund 30.000 Haushalte.

Anteil der Stadtwerke

Zum Umsatz des Mutterunternehmens trug die Tochtergesellschaft laut BWB-Geschäftsbericht 413,1 Mio. Euro bei. Das sind 172 Mio. Euro mehr als im Jahr davor. Insgesamt beläuft sich der Umsatz der BWB-Gruppe damit auf 1.689,1 Mio. Euro.

Da die Stadtwerke das Jahr aber mit einem Verlust von 1 Mio. Euro abgeschlossen haben, sinkt der Jahresüberschuss (Gewinn) der BWB-Gruppe entsprechend auf 218,9 Mio. Euro. 2022 erzielten sie noch einen Gewinn in Höhe von 10,9 Mio. Euro.

Unter Plan

Die wichtigsten Leistungsindikatoren der Tochtergesellschaft lagen gemäß Geschäftsbericht unter Planniveau. Dazu zählt auch das Ebit, also der Jahresüberschuss vor Steuern, Zinsaufwendungen und außerordentlichem Ergebnis.

Das lag bei nur 0,3 Mio. Euro. Geplant waren ursprünglich 8 Mio. Euro. Das Gruppen-Ebit mitsamt dem Ergebnis der BWB sank gegenüber dem Vorjahr um 53,3 Mio. Euro auf 301,2 Mio. Euro. Der Geschäftsbericht ist online als PDF hinterlegt. (dz)