Der Regionalversorger Energie & Umwelt Niederrhein (Enni) hat im Geschäftsjahr 2019 im Jahresergebnis die 20-Millionen-Euro-Marke übertroffen – 20,1 Mio. Euro vor Abzug der Steuern. Rund 800.000 Euro konnte das Unternehmen zum Vorjahr zulegen. Auch die Umsatzerlöse übersprangen mit über 214 Mio. Euro erstmals die 200-Millionen-Euro-Marke, teilt das Unternehmen mit.
Der Überschuss fließt weitergehend an die kommunalen Gesellschafter, wie die Städte Moers und Neukirchen-Vluyn, die in der wirtschaftlich angespannten Situation über Konzessionsabgaben und Ertragssteuern zusätzliche Millionenbeträge erhalten.
Zuwächse bei den Absätzen
Dabei führt das Unternehmen dies nicht nur auf das solide Kerngeschäft, sondern auch auf seine weiteren Aktivitäten zurück: Unter anderem konnten bundesweit rund 15.000 neue Energiekunden akquiriert sowie weitere regenerative Erzeugungsprojekte wie den Solarpark in Moers-Vinn realisiert werden. Hervorsticht die Übernahme der Gasnetze in Rheinberg und Uedem, die durch eine Beteiligung der Gelsenwasser AG an Enni möglich wurde. "Der bislang größte Entwicklungsschritt unserer Wachstumsstrategie machte uns zum Regionalversorger", so Geschäftsführer Stefan Krämer.
Der Stromabsatz des Unternehmens legte bei nur leichten Rückgängen im Stammgebiet um gut drei Prozent auf 545 GWh zu. Auch durch die Akquisition eines der größten deutschen Wohnungsbauunternehmen gab es im Gasabsatz erneut ein deutliches Plus von rund 34 Prozent auf jetzt 1358 GWh. Beim Wasserabsatz legte Enni über acht Prozent zu. Es setzte mit nun 7,7 Mio. Kubikmetern rund 600.000 Kubikmeter mehr als im Vorjahr ab.
Wasserzuwäche basieren auf neue Großkunden
"Der Zuwachs resultiert dabei aus zwei Entwicklungen“, so Geschäftsführer Kai Gerhard Steinbrich. Zum einen liefert das Unternehmen seit 2019 Trinkwasser für die Fruchtsaftherstellung an den Getränkeproduzenten Niederrhein-Gold Tersteegen. Zudem stillt Enni seit 2019 für eine neue Produktionslinie den erhöhten Wasserbedarf des Unternehmens Moers Frischeprodukte.
Gut entwickelt sich weiter auch das Wärmegeschäft. In der kleinsten Unternehmenssparte legte der Absatz trotz der erneut warmen Witterung um rund fünf Prozent auf 56,5 GWh zu. Hier konnte das Unternehmen ein Neubaugebiet in Moers an das Wärmenetz anschließen, wo parallel auch das Breitbandangebot ausbaut wurde.
Telekommunikationssparte wächst, aber...
Die Telekommunikationssparte zeigt dabei noch Wachstumspotenziale und wird sukzessive ausgebaut. Zunächst wird sich dabei noch vor allem auf datenintensive Großkunden in Gewerbegebieten. Etabliert ist mittlerweile auch die Sparte Handel, Beteiligungen, Dienstleistungen. Hier bündelt das Unternehmen Themen, in denen sie noch vor einem Jahrzehnt nicht aktiv war.
So liefern die mittlerweile zwölf Beteiligungen, wie etwa an der Kraftwerksgesellschaft Biokraft Moers/Dinslaken, der Enni Solar, in der das Unternehmen Dutzende Sonnenstromprojekte bündelt oder der Fernwärme Niederrhein Renditen.
Das Unternehmen setzt weiter auf Wachstum
Trotz bundesweiter Wachstumsziele wird sich Enni weiter auf den Niederrhein konzentrieren. Die Übernahme des Gasnetzes und seine Wirtschaftskraft stärkten auch 2019 wieder Einkäufe von Waren und Dienstleistungen in Höhe von mehr als 15 Mio. Euro. Zudem investierte das Unternehmen rund 18 Mio. Euro, von denen 14 Mio. Euro in die Netze der niederrheinischen Konzessionsgebiete flossen.
Krämer setzt weiter auf Wachstum: "Wir wollen unsere Vertriebsaktivitäten weiter ausbauen und arbeiten ständig an neuen Aufgaben, wie aktuell der Übernahme der Straßenbeleuchtung in Moers oder der Wärmeversorgung im Achterratsfeld in Moers, wo wir mit innogy kooperieren." Große Hoffnung setzt er auch auf die Kooperation mit der Gelsenwasser AG. "Hier haben sich zwei Partner gefunden, die zusammenpassen", sieht der Geschäftsführer Schritte auch bei regenerativen Erzeugungsprojekten in Reichweite. (gun)



