Blick auf das Verwaltungsgebäude der Rheinenergie in Köln.

Blick auf das Verwaltungsgebäude der Rheinenergie in Köln.

Bild: © Rheinenergie

Von Artjom Maksimenko und Hans-Peter Hoeren

Die Kölner Rheinenergie hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 373 Millionen Euro erzielt (2023: 392 Millionen Euro). Auch beim Umsatz gab es Einbußen. Die Umsatzerlöse des Unternehmens gingen von 4,07 Milliarden im Vorjahr auf 3,95 Milliarden Euro zurück.

Trotz der Rückgänge bei diesen Kennzahlen bezeichnet der Versorger das abgelaufene Geschäftsjahr als erfolgreich. Einen wesentlichen positiven Einfluss auf das Ergebnis hatten die Vermarktung der Erzeugungskapazitäten sowie ein "überdurchschnittlich gutes Ergebnis" im Handelsbereich, teilte Rheinenergie mit. Konkretere Angaben wurden nicht gemacht. Aufgrund der positiven Entwicklung konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben 100 Millionen Euro in die Gewinnrücklagen einstellen und so die wirtschaftliche Stabilität sichern.

Fortschritte beim Smart-Meter-Rollout

Während der Stromabsatz insgesamt um 3,5 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 anstieg, ging der Erdgasabsatz um 2,1 Prozent zurück. Der Fernwärmeabsatz legte um 4,9 Prozent zu, der Wasserverkauf wuchs um 0,7 Prozent.

Die Rheinenergie investierte in 2024 weiter in den Ausbau einer nachhaltigen Infrastruktur und die Digitalisierung. Den Roll-out moderner Messeinrichtungen setzte das Unternehmen mit rund 84.000 neuen Geräten fort, sie stei-
gerte die installierte PV-Leistung auf 90 Megawatt-Peak (MWp). 

Wärmewende: Leuchtturm-Projekt mit Flusswasser-Wärmepumpe

"Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für uns äußerst herausfordernd", sagte Birgit Lichtenstein, Kaufmännische Vorständin der Rheinenergie. Dennoch habe das Unternehmen seine Position als führender regionaler Energiedienstleister und -versorger weiter festigen und wichtige Zukunftsprojekte vorantreiben können.

Eines dieser Projekte düfte die nach eigenen Angaben größte Flusswasser-Wärmepumpe Europas sein, für die Rheinenergie 2024 einen Förderbescheid erhalten hatte. Diese Anlage soll künftig rund 50.000 Wohneinheiten mit nachhaltiger Fernwärme versorgen und bedeutet einen wichtigen Schritt bei der Transformation der Infrastruktur des Kölner Versorgers. Ein weiteres Highlight war die Errichtung eines Solarparks mit 32 Megawatt (MW) Leistung. Die Anlage in Mecklenburg-Vorpommern ist die bislang größte des Unternehmens und wird zudem durch einen Batteriespeicher mit 7 Megawattstunden (MWh) Kapazität ergänzt.

Eine bedeutende strukturelle Veränderung bei der Rheinenergie war 2024 die Ausgliederung der Rheinnetz. Anfang 2025 wurde sie vollzogen. Darin hat das Unternehmen seine Netzaktivitäten in einer großen Netzgesellschaft gebündelt. Damit stärke die Rheinenergie ihre Netzkompetenz, erfülle regulatorische Anforderungen und schafft die Grundlage für agilere Prozesse und eine stärkere Kundenorientierung, hieß es aus Köln.

Mehrheitsgesellschafterin GEW mit gutem Ergebnis

Die Rheinenergie gehört zu 75,8 Prozent der Holdinggesellschaft GEW, die wiederum indirekt zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Köln ist. Zweiter Gesellschafter des Kölner Kommunalversorgers ist die Westenergie. Mit 200,9 Millionen Euro leistete die Rheinenergie auch in 2024 den mit Abstand wichtigsten Beitrag zum Ergebnis der GEW Köln. Der abgeführte Gewinn lag um 36,6 Millionen Euro höher als im Vojahr. Die GEW erzielte ein Ergebnis von knapp 260 Mio. Euro – ein Zuwachs von 42 Mio. Euro. Die Telekommunikations- und Glasfasertochter Netcologne schüttete 19,2 Mio. Euro (Vorjahr 17,6 Mio. Euro) an die GEW aus. Die Mess- und Energiedienstleistungsspezialist Brunata-Metrona konnte sich 2024 ebenfalls gut behaupten und führte einen Gewinn in Höhe von 22,4 Millionen Euro an die GEW ab, von den Stadtwerken Düsseldorf wurde eine Dividende in Höhe von 17,2 Millionen Euro vereinnahmt.

Stadtwerke Köln Konzern profitiert von Rheinlandkooperation

Der Stadtwerke Köln Konzern, in dessen Abschluss das Ergebnis der GEW einfließt, schloss das Geschäftsjahr 2024 mit einem Umsatz von 9,2 Milliarden Euro und einem Jahresüberschuss von 299,7 Millionen Euro (Vorjahr: 264,6 Mio.) ab – laut Unternehmensangaben ist das ein neuer Höchstwert. Dieses Mehrergebnis stamme im Wesentlichen aus einem besseren Betriebsergebnis des Geschäftsfelds Energie und Wasser und weiterhin Estabiler Beiträge aus der Energiebeschaffung. Zudem habe man aus dem ersten vollständigen Geschäftsjahr der Rheinlandkooperation profitiert.

Die Stadtwerke Köln GmbH  (SWK) schloss das Geschäftsjahr 2024 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 77,8 Mio. Euro (2023: 88,0 Mio. Euro) ab. Davon werden 77,3 Mio. Euro an die Gesellschafterin Stadt Köln ausgeschüttet.  2024 investierten die Konzerngesellschaften in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen rund 715,3 Mio. Euro – eine Steigerung um knapp 70 Mio. Euro. 

Andreas Feicht: "Transformation ist sehr kapitalintensiv"

"Die Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns arbeiten mit vereinter Kraft an neuen und innovativen Lösungen für die Aufgaben der Transformation und für sichere, bezahlbare und klimafreundliche Angebote und Leistungen der Daseinsvorsorge“, erklärte Andreas Feicht, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Köln GmbH, anlässlich der Veröffentlichung
des SWK-Jahresabschlusses. Die Transformation sei sehr kapitalintensiv und erfordere gutes Management, um Innovationen nachhaltig zu sichern. Für eine erfolgreiche Transformation insbesondere in den Bereichen Energie- und Wärmeversorgung, ÖPNV und Logistik sowie digitaler Infrastruktur habe der Konzern im zurückliegenden Jahr erneut Meilensteine erreicht. 
 

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