Im Jahr 2023 hat der VZBV insgesamt 233 Abmahnungen ausgesprochen und in 120 Fällen Unterlassungsklage eingereicht. Das geht aus dem aktuellen Verbraucherreport 2024 hervor. Insgesamt gingen bei den Verbraucherschützern über 280.000 Beschwerden ein und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr.
Die meisten davon gingen im Bereich Digitales ein: 92.662. In diesem Sektor sei auch der größte Anstieg im Vorjahresvergleich zu verzeichnen (+18 %). Entsprechend hoch sei hier der Nachholbedarf: Von Fakeshops und untergeschobenen Verträgen bis zur Regulierung künstlicher Intelligenz oder der Profilbildung mit personenbezogenen Daten gibt es viele drängende Verbraucherthemen, heißt es im Verbraucherreport. Top-Ärgernis im digitalen Bereich bleiben wie in den vergangenen Jahren untergeschobene Verträge, ungewollte Verträge für Festnetz, Internet oder Mobilfunk.
Über 74.000 Beschwerden im Energiesektor
Gleich an zweiter Stelle folgt der Energiesektor mit genau 74.272 Beschwerden. 16 Prozent, und damit der größte Anteil, geht auf die Preiserhöhungen von Strom- oder Gasverträgen zurück. Weitere zentrale Kritikpunkte waren zu hohe Abschläge oder untergeschobene Energieverträge.
Für viele Experten sind die Herausforderungen während der Energiekrise ein Grund für den Anstieg der Kundenunzufriedenheit. Preisvolatilität, einseitige Kündigungen der Verträge durch einzelne Energiediscounter sowie die Berechnungen der Abschläge mit Einbezug der Gas- und Strompreisbremsen könnten hier die Auslöser sein.
Grundlage für den veröffentlichten Verbraucherreport sind die im Jahr 2023 bei den Verbraucherzentralen eingegangenen und ausgewerteten Beschwerden und eine Umfrage unter insgesamt 1.500 Menschen. (am)



