RWE-Finanzvorstand Markus Krebber soll am 1. Juli des kommenden Jahres den Vorstandsvorsitz übernehmen

RWE-Finanzvorstand Markus Krebber soll am 1. Juli des kommenden Jahres den Vorstandsvorsitz übernehmen

© Marcel Kusch/dpa

Die in den vergangenen Wochen zu verzeichnende rückläufige Stromnachfrage habe aktuell "kaum Einfluss auf unsere Finanzkennzahlen", sagte RWE-Finanzvorstand Markus Krebber am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz zum ersten Quartal. Das Geschäftsmodell zeige sich "robust gegen kurzfristige Nachfrageschwankungen", bei den erneuerbaren Energien aufgrund der Abnahmegarantien und bei der konventionellen Erzeugung kurz- bis mittelfristig durch Sicherungsgeschäfte.

"Große Teile unseres Stroms verkaufen wir bekanntlich im Voraus", so Krebber. Für das laufende Jahr und "darüber hinaus" sei RWE preislich und mengenmäßig abgesichert. Für Deutschland erwartet der künftige RWE-Chef im laufenden Jahr einen Nachfragerückgang beim Strom von rund fünf Prozent.

Starkes Windaufkommen hilft bei Off- und Onshore

In den ersten drei Monaten dieses Jahres steigerten die Essener das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) um 19 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Unter dem Strich verdiente RWE 603 Mio. Euro. Den Ausblick für 2020 bekräftigten die Essener, auch die Dividende soll wie angekündigt steigen. Die anvisierte Bandbreite für das bereinigte Nettoergebnis liegt zwischen 850 Mio. und 1,15 Mrd. Euro. Die Dividende für 2020 soll um 5 Cent auf 0,85 Euro je Aktie klettern. 

Im Segment Offshore-Wind sorgte ein sehr starkes Windaufkommen im ersten Quartal für einen Ergebnisschub von rund 30 Prozent, das bereinigte operative Ergebnis betrug 431 Mio. Euro. Im Bereich Onshore-Wind/Solar wurde ein Plus von 20 Prozent auf 174 Mio. Euro erzielt. Die Gründe waren neben der Inbetriebnahme neuer Kapazitäten von rund 380 Megawatt (MW) auch die günstigen Windverhältnisse. 

Kapazitätsmarkt in UK spült Geld in die Kasse

Die Wiedereinsetzung des britischen Kapazitätsmarktes spülte RWE Kapazitätsprämien in Höhe von 42 Mio. Euro in die Kasse. Das Handelsgeschäft habe sich trotz der Corona-bedingten Turbulenzen an den Commodity-Märkten bei einem operativen Ergebnis von 170 Mio. Euro "äußerst zufriedenstellend" entwickelt. 

Von der Entscheidung des norwegischen Pensionsfonds Norges, RWE aufgrund seiner Rolle als bedeutender Kohleverstromer aus dem Portfolio zu werfen, zeigte sich Krebber "persönlich enttäuscht". Die Entscheidung sei ausschließlich auf die Vergangenheit des Konzerns ausgerichtet, erklärte der RWE-Finanzvorstand und verwies auf die neue „grüne“ strategische Ausrichtung.

Keinen "Nachahmer-Effekt" wegen Norges befürchtet

Auswirkungen bzw. einen "Nachahmer-Effekt" auf andere RWE-Investoren wie etwa die Ruhrgebiets-Städte, die derzeit laut Krebber noch einen Anteil von insgesamt 15 bis 17 Prozent an RWE halten, sehe er aber nicht. RWE will nach aktueller Planung bis zum Jahr 2022 rund 5 Mrd. Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien investieren und dabei sein Erzeugungsportfolio auf über 13 von heute 9 Gigawatt (GW) ausbauen. (hil) 

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