Energiekonzernen vom dänischen Orsted über das niederländische Gas Terra bis zum britischen Shell hat der russische Staatskonzern Gazprom bereits den Gashahn abgedreht. Auch der mittlerweile von Moskau sanktionierte Kasseler Großhändler Wingas bekommt kein Gas von Russland mehr. Und was ist mit den deutschen Energieriesen RWE und Uniper?
RWE bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass es seinen Zahlungsmechanismus für russische Gaslieferungen umgestellt habe. Unter anderem Orsted, Gas Terra und Shell hatten sich offenbar geweigert, dies zu tun. Auch weil sie Sorgen hatten, andernfalls gegen EU-Recht zu verstoßen.
RWE: "Sanktionskonforme" Eurozahlung
RWE dagegen eröffnete ein neues Konto, um den russischen Forderungen zu entsprechen. Darauf zahlte der Konzern "sanktionskonform" Euro ein, wie eine Sprecherin bestätigte.
RWE hat eine Vereinbarung zur Abnahme von russischem Gas bis Ende 2023. Die kommerzielle Position wurde nach Unternehmensangaben auf unter 4 TWh verringert.
K-Konto bei Gazprombank
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte als Reaktion auf Sanktionen des Westens das neue Zahlungssystem eingeführt. Das Verfahren sieht vor, dass Kunden bei der russischen Gazprombank ein sogenanntes K-Konto eröffnen.
Dort können sie wie bisher ihre Rechnungen in Dollar oder Euro begleichen. Die Bank konvertiert das Geld in Rubel und überweist es an Gazprom.
Uniper: Zahlungsweg umgestellt
Die EU-Kommission sieht die Sanktionen nicht als verletzt an, solange die Firmen die Beträge in Euro oder Dollar – wie in den Verträgen festgelegt – auf ein Konto bei Gazprom überweisen, und die Transaktion damit als abgeschlossen gilt. Wichtig ist, dass die russische Zentralbank nicht in die Kauftransaktion involviert ist, da sie mit Sanktionen belegt ist.
Auch Deutschlands größter Importeur von russischem Erdgas, Uniper, erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass man den Zahlungsweg für Gaslieferungen aus Russland umgestellt habe, "so wie andere deutsche und europäische Unternehmen auch".
Eni: Konto in Euro und Rubel
Weiter beliefert werden zudem unter anderem der österreichische Energiekonzern OMV und der italienische Energieriese Eni. Beide haben ebenfalls Konten bei der Gazprombank. Eni teilte dabei mit, dass es ein Konto in Euro sowie in Rubel eröffnet habe. (aba/dpa)


