Das Bild zeigt den Windpark Jüchen in Nordrhein-Westfalen.

Das Bild zeigt den Windpark Jüchen in Nordrhein-Westfalen.

Bild: © RWE

Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres hatte RWE ein bereinigtes Ergebnis von rund 1,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Diese deutliche Steigerung im laufenden Geschäftsjahr führt der Konzern auf gute Erträge aus Stromerzeugung und starkes Handelsgeschäft zurück.

Seit Januar bis Ende Oktober 2023 hatte RWE über 10 Mrd. Euro in Zukäufe und Erneuerbarenanlagen investiert. "Unsere starke Investitionstätigkeit zahlt sich aus. Seit dem Jahresbeginn ist unser Portfolio um rund sechs Gigawatt gewachsen", ordnete Michael Müller, Finanzvorstand der RWE AG, das Ergebnis ein.

Übernahme von Con Edison sorgt für Erzeugungsplus

Diese Investitionen führten zu einer "deutlich gesteigerten Stromproduktion" aus Erneuerbaren. Die Übernahme des US-amerikanischen Solarstromerzeugers Con Edison Clean Energy Businesses im März dieses Jahres machte RWE auf einen Schlag zu einem der wichtigsten Ökostromproduzenten des Landes. Das Portfolio des Unternehmens Con Edison, das nun den Namen RWE Clean Energy trägt, umfasst nach RWE-Angaben Erneuerbarenanlagen mit einer installierten Leistung von 8.000 MW. Projekte von mehr als 24.000 MW sollen in der Pipeline sein. In den zehn Ländern würden zudem sich weitere rund 100 Erneuerbarenprojekte mit rund 8.000 MW Leistung im Bau befinden.

Angesichts der guten Zahlen ist die Bestätigung der Prognose für das Gesamtjahr 2023 nicht überraschend. Das bereinigte Nettoergebnis soll demnach zwischen 3,3 Mrd. und 3,8 Mrd. Euro liegen, teilte RWE mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet der Konzern zwischen 7,1 und 7,7 Mrd. Euro. Die Dividende für das laufende Geschäftsjahr soll dann um 10 Cent auf 1 Euro/Aktie steigen. Das kündigte RWE bereits im März an.

Nur Kohle- und Kernenergiegeschäft im Negativtrend

Der Blick auf die einzelnen Segmente zeigt, dass lediglich das deutsche Kohle- und Kernenergiegeschäft unter dem Vorjahresergebnis geblieben ist. Das bereinigte Ebitda ging von 626 Mio. Euro auf 483 Mio. Euro zurück. Das führt das Unternehmen auf die niedrigeren Margen aus Anlagen zurück, deren Stromproduktion nicht abgesichert war. Ein weiterer Grund ist die Abschaltung des Kernkraftwerks Emsland am 15. April, das danach zum Ergebnis beitragen konnte.

Den größten Sprung machte RWE wohl beim Energiehandel. Nach 194 Mio. Euro in diesem Segment nach den ersten drei Quartalen 2023 erreichte das Unternehmen ein Ebitda von 1,33 Mrd. Euro. Der Ergebnisanstieg sei vor allem auf einen Einmaleffekt 2022 zurückzuführen. Die Sanktionen auf Kohlelieferungen aus Russland führten seinerzeit zu einer Wertberichtigung in Höhe von 748 Mio. Euro.

Ergebnissteigerung im Offshore-Segment

Im Segment Offshore-Wind stieg das Ebit nach dem dritten Quartal auf 998 Mio. Euro (Q1-Q3 2022: 859 Mio. Euro). Als ergebnistreibende Faktoren nannte RWE hier die Inbetriebnahme von neuen Kapazitäten, darunter der Offshore-Windpark Kaskasi mit 342 MW. Zum ersten Mal konnte der Offshore- Windpark Triton Knoll mit insgesamt 857 MW Leistung über alle neun Monate des Jahres einen Beitrag zur Ergebnis leisten. Diese Anlage ging erst im April 2022 ans Netz. Hinzu kamen günstigere Windbedingungen, vor allem an den britischen Standorten.Im Segment Onshore-Wind und Solar stieg das Ebidta des Konzerns von 663 Mio. Euro auf 870 Mio. Euro zu. Hier wirkten sich vor allem die vollkonsolidierten Geschäftsaktivitäten aus der Übernahme von Con Edison. Ergebnis belastend wirkten hingegen die geringeren realisierten Strompreise. (am)

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