Gute Zahlen für RWE: Das erste Halbjahr in 2023 lief besser als erwartet für den Energieriesen aus Essen. RWE erzielte ein bereinigtes EBITDA von 4,5 Milliarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis auf 2,6 Milliarden Euro, das teilte der Konzern am Donnerstag seinen Shareholdern mit.
Die Ergebnisse liegen deutlich über dem Vorjahreszeitraum. Wesentlich dafür seien vor allem höhere Erträge aus der internationalen Stromerzeugung im Segment Wasser/Biomasse/Gas und ein starkes Handelsgeschäft gewesen, sowie zusätzliche Erzeugungskapazitäten auf Basis Erneuerbarer Energien.
RWE sieht sich beim Aufbau eines nachhaltigen Energiesystems auf gutem Weg. «Aktuell haben wir Projekte mit 7,2 Gigawatt im Bau», sagte Finanzvorstand Michael Müller am Donnerstag in Essen.
Die Arbeiten an zwei großen Offshore-Windparks in Dänemark und Großbritannien sowie an 17 Onshore- und 36 Solarprojekten schritten gut voran. Hinzu kämen 15 Batterieanlagen. «In der zweiten Jahreshälfte werden wir weiter in die Energiewende investieren», kündigte Müller an. Gerne würde man den Ausbau beschleunigen, in aller Regel seien es jedoch die politischen Rahmenbedingungen, die das Tempo des Ausbaus bestimmten.
„Ich bin optimistisch, dass sich etwa in Deutschland das Ausbautempo bei Onshore-Windkraft weiter erhöhen wird. Auch bei Photovoltaik und Batterien sind wir auf einem guten Weg. Ob uns das schon auf die ambitionierten Zielpfade bringt oder ob die Politik nochmals nachschärfen muss, wird man in 12 bis 18 Monaten wissen“, RWE-Finanzvorstand Michael Müller.
Extremes Wachstum im EE-Portfolio
Im ersten Halbjahr hat RWE neun Milliarden Euro investiert. Mehr als zwei Drittel des Betrags flossen in die Übernahme der US-Solarfirma Con Edison Clean Energy Businesses. Die Erzeugungskapazität wuchs im ersten Halbjahr insgesamt um 5,1 Gigawatt.
Das Erneuerbaren-Portfolio von RWE stieg damit auf 15,8 Gigawatt an. «Wir konnten rund 20 Prozent mehr Strom aus Wind und Sonne erzeugen als im Vorjahreszeitraum. Und das, obwohl das Windaufkommen in weiten Teilen Europas und der USA unterdurchschnittlich war», sagte Müller.
Auch Rückschläge: Offshore-Projekt gestoppt
RWE-Chef Markus Krebber äußerte sich besorgt zum Windkraft-Ausbau auf See. «Wir erleben derzeit eine herausfordernde Phase im globalen Offshore-Geschäft», sagte er. Inflation und angespannte Lieferketten ließen die Preise für Offshore-Anlagen deutlich steigen.
In den vergangenen Wochen seien erste Projekte in Europa und in den USA mit dem Hinweis auf Kostensteigerungen gestoppt worden. Dies sei für die globale Energiewende keine gute Botschaft. «So etwas ist der Worst Case für die Energiewende: Wenn große, bereits vergebene Projekte doch nicht wie geplant realisiert werden.»
Er betonte, dass RWE seine Offshore-Projekte wie geplant umsetze. Er sprach in diesem Zusammenhang von Projekten in Deutschland, Großbritannien, Irland, Dänemark, den Niederlanden, Polen und in den USA, die RWE vorantreibe.
Prognose erhöht
Im Tagesgeschäft lief es in den vergangenen Monaten rund bei den Essenern: RWE hatte Ende Juli vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt und vor diesem Hintergrund auch seine Jahresziele angehoben. Vor allem hohe Gewinne in der Stromerzeugung durch Wasser, Biomasse und Gas gaben in den vergangenen Monaten Rückenwind. Außerdem lief der Handel mit Energie besser als erwartet. (dpa/pfa)



