Schwach entwickelte sich der Vertrieb in Großbritannien, der unter einem scharfen Wettbewerb und dem Preisdruck durch eine im Spätherbst eingeführte Preisobergrenze leidet. Bessere Ergebnisse im Geschäft mit erneuerbaren Energien konnten den Rückgang nicht ausgleichen. Dennoch bekräftigte das Management seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr.
In den Monaten Januar bis März erzielte Eon ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) von 1,2 Milliarden Euro und damit 8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Montag in Essen mitteilte. Der Konzernüberschuss wurde mit 393 Mio. Euro mehr als halbiert. Dabei wirkten sich eine höhere Steuerquote und die Kosten der Umstrukturierung im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Innogy negativ aus. Bereinigt um Sondereffekte sank der Nettogewinn um 11 Prozent auf 650 Mio. Euro. Der Konzernumsatz stieg um fünf Prozent auf 9,16 Mrd. Euro.
Höherer Schuldenstand
Analysten bewerteten die Zahlen als im Rahmen der Erwartungen. Das britische Kundengeschäft habe die Entwicklung gebremst, schrieb JPMorgan-Analyst Christopher Laybutt in einem ersten Kommentar. Den bestätigten Ausblick für das Gesamtjahr wertete er jedoch als beruhigend. Sein Kollege Alberto Gandolfi von Goldman Sachs wertete jedoch den höheren Schuldenstand als negativen Faktor.
Das operative Ergebnis im Kundengeschäft sackte im ersten Quartal von 392 Mio. auf 219 Mio. Euro zusammen. Vor allem in Großbritannien stehen die Gewinne unter Druck und nahmen um 90 Mio. Euro ab. Der britische Markt gehört aufgrund einer sehr strengen Regulierung schon seit längerem zu den Sorgenkindern der Energieversorger. Auch Innogy klagt dort über schlechte Geschäfte. "Großbritannien ist ein schwieriger Markt, das brauchen wir nicht schönzureden", sagte Finanzvorstand Marc Spieker in einer Telefonkonferenz. Die Entwicklung sei nicht befriedigend. Eon habe im Jahresverlauf 200.000 Kunden verloren.
Kosten sollen weiter sinken
Eon hat bereits Umbaumaßnahmen angekündigt, die im Jahresverlauf "voll greifen" sollen. Die Kosten will Spieker jedoch darüber hinaus weiter senken. Zudem kündigte der Manager Gespräche mit dem britischen Regulierer an. Im Jahresverlauf geht Spieker von einer Stabilisierung der Entwicklung aus. Nichtsdestotrotz dürfte das Ergebnis des britischen Vertriebsgeschäfts im gesamten Jahr schwächer ausfallen als im Vorjahr.
Aber auch im deutschen Markt verzeichnete Eon einen Ergebnisrückgang. Dieser, so Spieker, sei jedoch nur von zeitweiliger Dauer, da das Unternehmen gestiegene Netzentgelte erst mit Zeitverzögerung an die Kunden weiterreichen könne. Der Rückgang soll sich im Jahresverlauf voraussichtlich vollständig ausgleichen. Eon konnte in Deutschland 100.000 Kunden dazugewinnen.
An Jahresprognose wird nicht gerüttelt
Das Netzgeschäft, das den Löwenanteil zum Ergebnis beiträgt, verzeichnete leichte Rückgänge. Dagegen warfen die erneuerbaren Energien dank höherer Strommengen mehr ab.
An ihrer Jahresprognose hält die Eon-Führung fest und erwartet dabei ein Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau in der Mitte der prognostizierten Spanne. So geht der Konzern für 2019 von einem bereinigten Ebit von 2,9 bis 3,1 Mrd. Euro aus, der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 1,4 und 1,6 Mrd. Euro liegen. Zudem will Eon eine fixe Dividende von 0,46 Euro zahlen.
Innogy-Übernahme "ist im Zeitplan"
Eon ist weiterhin zuversichtlich, die Genehmigung der EU für die Übernahme der RWE-Tochter Innogy zu erhalten. Aus den Entwicklungen bei Thyssenkrupp dürften keine Rückschlüsse auf die Prüfungen der Innogy-Übernahme durch Eon gezogen werden, betonte Spieker. Eon habe volles Vertrauen, dass die Kommission nicht einer politischen Agenda folge, sondern die Situation in der jeweiligen Branche prüfe. "Wir gehen weiter davon aus, dass es keine nennenswerten Auswirkungen geben wird", sagte Spieker. Die EU-Kommission will ihre Prüfungen bis zum 23. August abschließen.
Der Industriekonzern Thyssenkrupp hatte am vergangenen Freitag die Fusion seiner Stahlsparte mit den indischen Konkurrenten Tata gestoppt, weil er mit einem Verbot durch die EU-Wettbewerbshüter rechnet. Eine Entscheidung dazu wird bis Mitte Juni erwartet. (dpa/hil)


