Die Sefe-Gruppe richtet ihre Beschaffungsstrategie neu aus.

Die Sefe-Gruppe richtet ihre Beschaffungsstrategie neu aus.

Bild: © Annette Riedl/dpa

Der verstaatlichte Gasimporteur Sefe, früher Gazprom Germania, hat sich langfristig Flüssigerdgas aus den USA gesichert. Wie das Unternehmen bekanntgab, wurden für eine Laufzeit von 20 Jahren jährlich drei Mrd. Kubikmeter LNG (umgerechnet 29 TWh) kontrahiert. Das entspricht etwa 30 LNG-Lieferungen pro Jahr.

Vertragspartner ist der US-Konzern Venture Global, der derzeit ein neues LNG-Terminal im Bundesstaat Louisiana errichtet. Dort soll das für Sefe bestimmte Gas auch verflüssigt werden. Durch die Kooperation mache Sefe einen weiteren wichtigen Schritt, um die Energieversorgung europäischer Kunden zu gewährleisten, wird Vorstandschef Egbert Laege in der Mitteilung zitiert.

Sefe mitten im Orkan

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte auf die Geschäfte des zweitgrößten Gasimporteurs in Deutschland besonders gravierende Auswirkungen. Zuerst stieß Gazprom die milliardenschwere Unternehmensgruppe Ende März ab, woraufhin die Bundesregierung einschritt und den Konzern unter Kontrolle der Bundesnetzagentur stellte.

In den Wochen darauf wurde der Konzern von Russland sanktioniert, womit auch die bis dahin wichtigste Bezugsquelle, russisches Erdgas, abrupt endete. Die Ausfallmengen musste Sefe in der Folge zu enorm hohen Preisen an der Börse nachbeschaffen.

"Diversifizierte Struktur"

Im Januar gab der neue Geschäftsführer Laege auf der Handelsblatt-Tagung Einblick in die Umstrukturierung des Unternehmens. Perspektivisch wolle Sefe eine "diversifizierte Struktur" zwischen europäischem Pipelinegas und Flüssigerdgas von verschiedenen Anbietern aus Übersee haben, sagte er.

Was Langfristverträge mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahre mit Flüssigerdgasproduzenten betreffe, sei Sefe bereit, führte der Manager aus. Zumindest hinter den Venture-Global-Verhandlungen dürfte jetzt ein grüner Haken sein. (aba)

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