Sonnen will wachsen: Nach einer Finanzierungsrunde von über 60 Mio. Euro im Jahr 2018 und einem Megakredit in Höhe von über 83 Mio. Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB) vor wenigen Wochen, lässt sich der Stromspeicherhersteller aus dem Allgäu nun von Shell aufkaufen.
Über seine Tochter Shell New Energies übernimmt der Mineralölkonzern das im Jahr 2010 gegründete Unternehmen mit Sitz in Wildpoldsried. "Mit Shell New Energies haben wir den perfekten Partner gefunden, der uns dabei unterstützt, in einem sich schnell entwickelnden Markt weiter dynamisch zu wachsen. Dank dieser Investition können wir es nun noch mehr Haushalten ermöglichen, energieunabhängig zu werden und von völlig neuen Möglichkeiten des Energiemarktes zu profitieren. Dies wird nicht nur das Wachstum von Sonnen weiter beschleunigen, sondern auch die notwendige Transformation des Energiesystems," kommentiert Christoph Ostermann, CEO und Mitgründer von Sonnen die Vereinbarung.
Internationale Expansion im Visier
Bereits in der Finanzierungsrunde 2018 beteiligte sich Shell mit einem "signifikanten Betrag" an der Finanzierungsrunde, hieß es im vergangenen Sommer von Sonnen. Mit der Übernahme durch Shell soll Sonnen gestärkt werden: Ladelösungen für Elektroautos und Netzdienste, die auf dem virtuellen Batteriepool von Sonnen aufbauen, stehen auf der Agenda.
Erst Mitte Januar hat Sonnen zudem einen Kreditantrag bei der EIB gestellt. Die 83 Mio. Euro sollen, soweit sie genehmigt werden, in Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb investiert werden. Auch internationale Expansionspläne hegt man im Allgäu.
Erneuerbare statt Öl
Für Shell ist die Transaktion die Chance, ihr Geschäft mit "sauberen" Energieträgern auszubauen: "Die Übernahme wird es uns fortan ermöglichen, unseren Kunden, die sich für zuverlässige, bezahlbare und saubere Energie entscheiden möchten, eine noch größere Produktauswahl anzubieten", verdeutlicht Mark Gainsborough, Executive Vice President New Energie bei Shell. (ls)



