Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende der Grünen, und Siemens-Chef Joe Kaeser sprachen beim Wirtschaftskongress der Grünen-Bundestagsfraktion unter dem Motto «Gemeinsam den Wohlstand von morgen sichern».

Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende der Grünen, und Siemens-Chef Joe Kaeser sprachen beim Wirtschaftskongress der Grünen-Bundestagsfraktion unter dem Motto «Gemeinsam den Wohlstand von morgen sichern».

Bild: © Christophe Gateau/dpa

Siemens-Chef Joe Kaeser hat die Pläne für den deutschen Kohleausstieg als zu wenig ehrgeizig kritisiert. «Das kann ja gar nicht angehen, dass wir bis 2038 brauchen, um kohlefrei zu sein», sagte der 62-Jährige am Freitag bei einem Wirtschaftskongress der Grünen-Bundestagsfraktion in Berlin, wo er dafür Applaus bekam. «Wenn man es will, dann geht es auch bis 2030.» Dafür müssten die Interessensvertreter aber zusammenkommen und bei Themen wie Ausbau der Stromnetze und Ausbau der Windkraft an einem Strang ziehen. Die Braunkohle-Kraftwerke müsse man dann gegen Entschädigung zuerst abschalten. «Wenn man das will, dann geht das.»

Das Gesetz zum Kohleausstieg ist derzeit im parlamentarischen Verfahren. Bis 2038 sollen die letzten Kohlekraftwerke vom Netz, weil bei der Stromproduktion aus Braun- und Steinkohle viele Treibhausgase entstehen. Siemens ist sehr aktiv in der Ökostrom-Branche.

"Schwuppdiwupp" wird wieder alles infrage gestellt

Kaeser kritisierte auch den Umgang mit dem Kompromiss der Kohlekommission, in der Gewerkschaften, Energiebranche und Klimaschützer einen Plan für das Ende des Kohlestroms ausgearbeitet hatten. «Da wird verhandelt in endlosen Sitzungen mit den Interessensvertretern», sagte er. «Und dann – schwuppdiwupp – geht man da raus, dreht sich um und sagt, ja, aber die Braunkohle muss doch noch ein bisschen länger gehen.»

Kaeser war von Klimaschützern heftig kritisiert worden, weil Siemens mit dem Konzern Adani zusammenarbeitet, der im Nordosten Australiens eine der größten Kohleminen der Welt baut. Die Zulieferung einer Zugsignalanlage sei etwas, «was wir niemals hätten machen dürfen», sagte Kaeser, auch wenn es auf den Betrieb keinen Einfluss gehabt hätte. «Aber es hatte einen Einfluss auf die Reputation des Unternehmens.» Das sei «durchgerutscht». Er habe 16 000 Protestmails dazu erhalten. (dpa/hp)

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