Siemens Energy leidet weiter unter den Problemen bei seiner spanischen Windkrafttochter Gamesa. Erneut steht die Prognose für dieses Jahr auf der Kippe. Schon vor drei Monaten hatte der Münchner Energiekonzern seine Erwartungen kappen müssen.
Zudem meldete Siemens Energy als vorläufige Zahlen für das zweite Geschäftsquartal von Januar bis März einen leicht gestiegenen Umsatz, deutlich geringere Auftragseingänge und ein negatives operatives Ergebnis.
"Situation hat sich nicht verbessert"
Die Sorgen um Gamesa reichen bereits einige Zeit zurück. Erst Anfang März hatte Jochen Eickholt, der bis dahin im Vorstand des Mutterkonzerns saß, das Ruder bei Gamesa übernommen. Jetzt wählte er deutliche Worte: "Ich muss zugeben, dass die Geschäftsentwicklung deutlich hinter unserer und meiner Erwartung liegt", sagte er. "Die Situation hat sich nicht verbessert. Das Gegenteil ist der Fall."
Laut Eickholt sind etwa zwei Drittel der Probleme bei Gamesa interner Herkunft. In den sechs Wochen, seit er sein Amt übernommen habe, habe er Fragen gestellt und sich in jeden Teil des Geschäfts vertieft, um die Probleme zu verstehen und herauszufinden, wie man sie angehen könne.
Lieferkettenprobleme
Dies werde man nun umsetzen, um zurück auf einen Pfad in Richtung Profitabilität zu kommen. Zusätzlich zu den internen Problemen leidet Gamesa auch noch unter Preissteigerungen, Lieferkettenproblemen und den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine.
Diese externen Faktoren gibt es auch beim Mutterkonzern Siemens Energy. Die Rahmenbedingungen seien "herausfordernder geworden", hieß es dort. Weitere negative Effekte auf Umsatz und Profitabilität könne man nicht ausschließen.
Umsatz gesunken
Im zweiten Quartal war der Umsatz bei Siemens Energy auf vergleichbarer Basis um 1,7 Prozent auf 6,58 Milliarden Euro gesunken.
Nominell stieg er leicht um 1,5 Prozent. Der Auftragseingang schrumpfte auf vergleichbarer Basis um 27,5 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro. Alle Kennzahlen lagen Unternehmensangaben zufolge unter den Erwartungen von Experten. Die vollständigen Zahlen sollen am 11. Mai veröffentlicht werden. (dpa/aba)



