Die Stadtwerke Andernach haben im Jahr 2018 nach Steuern rund 750.000 Euro verdient. Das ist insoweit bemerkenswert, als eigentlich eine "schwarze Null" geplant war. Wesentliche Impulse gab die Tochtergesellschaft Stadtwerke Andernach Energie GmbH. Deren Betriebsergebnis lag mit 1.286.000 Euro um rund 800.000 Euro über den Planwerten. Neben einem guten operativen Geschäftsverlauf führten auch Effekte aus dem regulierten Netzbereich zu dieser positiven Ergebnisabweichung.
Die positive Entwicklung im Energiebereich zeigt sich auch an der Entwicklung der Kundenzahlen. Die Stadtwerke belieferten 2018 mehr als 9.000 Lieferstellen mit Ihren "Hausmarken" Bäckerjungen-Strom oder Bäckerjungen-Gas. Knapp 25 Mio. kWh Strom konnten die Andernacher verkaufen, 72 Mio. kWh Gas liefen durch die Zähler. Gegenüber 2017 wurden damit die Vertriebsmengen um rund elf Prozent beim Strom und um rund sechs Prozent beim Gas gesteigert.
Gewinn wird für Investitionen genutzt
Den Stadtwerken Andernach ist es dabei gelungen, so viele Erdgaskunden zu gewinnen, dass sie zum Jahresbeginn 2019 nach nur fünf Jahren den Grundversorgerstatus übernommen haben. "Vor dem Hintergrund der herausfordernden Rahmenbedingungen in 2018 sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Unsere Mitarbeiter haben tolle Arbeit geleistet", ziehen die Stadtwerke-Geschäftsführer Jan Deuster und Lars Hörnig Bilanz.
Der Gewinn der Stadtwerke verbleibt nach Beschluss der Gesellschafterversammlung zu großen Teilen im Unternehmen, um anstehende Investitionen stemmen zu können. Lediglich 75.000 Euro werden an die Stadt Andernach ausgeschüttet. Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten ist trotzdem zufrieden: "Die Stadtwerke wachsen und entwickeln sich positiv. Wir freuen uns, dass die vorgenommene Neuausrichtung im Energiebereich gelungen ist und gleichermaßen für das Unternehmen, die Stadt und Ihre Bürger Früchte trägt."
Sorgenkind Rheinhafen
Der Rheinhafen Andernach konnte im Jahr 2018 mit 2.569.215 t das Niveau der Gütermengen der Vorjahre nicht halten. Die Umsatzerlöse sanken gegenüber dem Vorjahr um circa 870.000 auf rund 7.000.000 Euro. Dieser Umsatzrückgang resultiert insbesondere aus der langen Niedrigwasserphase, wobei das schwache Umschlagsgeschäft durch eine höhere Vermietungsquote bei den Lagerflächen in Teilen kompensiert werden konnte.
Insgesamt sorgte der mehr als halbierte Güterumschlag nach vier Jahren erstmals für rote Zahlen in der Jahresbilanz der größten Sparte der Andernacher Stadtwerke. Ein Hoffnungsschimmer ist der kombinierte Ladungs-Verkehrs (KLV) beim Containergeschäft. 2018 konnten die Containermengen trotz des Niedrigwassers annähernd auf Vorjahresniveau gehalten werden. Die Möglichkeit der trimodalen Verladung – Schiff, LKW, Bahn – stellt einen Wettbewerbsvorteil für den Andernacher Hafen dar. (sig)



