Die Stadtwerke Aschaffenburg haben das vergangene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 3,6 Mio. Euro abgeschlossen. Das ist weniger als im Vorjahr, als das bayerische Kommunalunternehmen noch ein Plus von 4,6 Mio. Euro erzielte.
Zugleich aber hatten die Stadtwerke angesichts fortdauernder Corona-Belastungen und stark gestiegener Energiepreise im Großhandel mit noch weniger Überschuss gerechnet. Das Ergebnis sei nicht zuletzt dank staatlicher Hilfen zum Ausgleich pandemiebedingter Verluste aber etwas mehr als erwartet gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Versorgungsgesellschaft als Hauptertragsbringer
Hauptertragsbringer war auch diesmal die Aschaffenburger Versorgungsgesellschaft. Sie erwirtschaftete einen Überschuss von 9,3 Mio. Euro (Vorjahr: 11,7 Mio. Euro). Das Ergebnis sei zwar das niedrigste der vergangenen fünf Jahre, heißt es. Es liege aber rund 800.000 Euro über den Erwartungen. "Denn die befürchtete Insolvenzwelle von Gewerbekunden wie auch Zahlungsausfälle bei Privatkunden fielen weniger massiv aus als angenommen."
Verlust machte die Aschaffenburger Bäder- und Eissporthallen GmbH. Dort stand am Ende ein Minus von 2,1 Mio. Euro. Rote Zahlen schrieben zudem die Verkehrsbetriebe. Sie fuhren einen Verlust von 2,4 Mio. Euro ein. Zuletzt schlossen auch die Parkhäuser mit 320.000 Euro unter Null ab.
"Gewaltige Herausforderungen"
Die Abfallentsorgung erzielte dagegen nach roten Zahlen in den Vorjahren ein leichtes Plus von 200.000 Euro. Grund hierfür sei eine Erhöhung der Abfallgebühren im Juli 2021 um durchschnittlich 5,9 Prozent gewesen, heißt es.
Die Stadtwerke sehen sich vor "immensen Aufgaben". Ein Weiter so werde es nicht geben, warnt Stadtwerkechef Dieter Gerlach mit Blick auf die explodierenden Energiepreise der vergangenen Monate.
Eigene Wasserstoff-Strategie
Das Unternehmen hoffe, dass die Einsicht zur Notwendigkeit des massiven Ausbaus erneuerbarer Energien deutschlandweit, aber vor allem auch in der Region in allen gesellschaftlichen Kreisen deutlich steige, heißt es.
Die Stadtwerke selbst arbeiten bereits an einer eigenen Wasserstoff-Strategie. Für ein wasserstoffbetriebenes Müllauto und zwölf Brennstoffzellen-Busse haben sie bereits Förderzusagen erhalten. "Weiter stehen auf der Zukunftsagenda eine eigene Wasserstofftankstelle sowie die eigene Wasserstoffproduktion", teilt das Unternehmen mit. (aba)



