Blick auf die Innenstadt von Deggendorf, einer 34.000-Einwohner-Kommune in Niederbayern.

Blick auf die Innenstadt von Deggendorf, einer 34.000-Einwohner-Kommune in Niederbayern.

Bild: © Katarina/AdobeStock

Die Stadtwerke Deggendorf in Niederbayern haben das Geschäftsjahr 2021 tief im Minus abgeschlossen.

Das hundertprozentige Kommunalunternehmen wies am Ende einen Fehlbetrag von 5,5 Mio. Euro aus, wie aus dem Beteiligungsbericht der 34.000-Einwohner-Stadt hervorgeht. Im Jahr zuvor hatte es noch einen Überschuss von 1,2 Mio. Euro gegeben.

"Zu geringe Mengenbeschaffungen"

Als Ursachen für das Defizit nennen die Stadtwerke hohe Aufwendungen für die Ertüchtigung des Wasserversorgungsnetzes sowie "vor allem" außerordentlich stark gestiegene Kosten für den Gas- und Strombezug.

Die Preisrallye am Strom- und Gasmarkt sowie "zu geringe Mengenbeschaffungen an den Terminmärkten" hätten teure Nachbeschaffungen für die Jahre 2021 bis 2024 notwendig gemacht. "Hierfür wurden zum 31. [Dezember] 2021 entsprechende Rückstellungen für den Strom- und Gasbezug für bestehende Energielieferverträge gebildet", ist im Bericht zu lesen.

Rückstellungen in Millionenhöhe

Laut Beteiligungsbericht bildeten die Stadtwerke Rückstellungen in Höhe von 5,3 Mio. Euro. Diese seien "zum größten Teil" für Nachbeschaffungen von Strom und Gas für die Geschäftsjahre 2022 bis 2024 gedacht.

Erschwerend kam für die Stadtwerke hinzu, dass sie inmitten steigender Großhandelspreise und infolge von Geschäftsaufgaben durch Mitbewerber zusätzliche Kunden in die Grund- und Ersatzversorgung aufnehmen mussten. Damit hätten "weitere nicht im Voraus vorhersehbare Mengen auf dem Spotmarkt zu hohen Bezugskosten beschafft werden" müssen, heißt es im Beteiligungsbericht. Die Stadtwerke Deggendorf sind vor Ort Strom-Grundversorger.

Gassparte größter Verlustbringer

Größter Verlustbringer im vergangenen Jahr war die Gassparte, die mit einem Minus von 3 Mio. Euro abschloss. Im Vorjahr war hier noch ein Plus von fast 300.000 Euro gestanden.

Dem folgten der traditionell defizitäre Bäderbetrieb mit einem Minus von 2,2 Mio. Euro sowie der Wasser- (–200.000 Euro) und Strombereich (–40.000 Euro). Noch im Vorjahr hatte die Stromsparte ein positives Ergebnis von fast 2,5 Mio. Euro eingebracht.

Neuaufstellung zu Jahresbeginn

Die Stadtwerke Deggendorf betreiben vor Ort Strom-, Gas- und Wassernetze. Zudem verkaufen sie Energie und Wasser. Ferner ist das Kommunalunternehmen für den Betrieb des lokalen Ganzjahresbads Elypso zuständig.

Die Stadtwerke Deggendorf hatten sich zu Jahresbeginn an der Spitze neu aufgestellt. Axel Springer folgte auf den langjährigen Geschäftsführer Christian Kutschker, den es zum Erneuerbaren-Projektierer Ostwind im bayerischen Regensburg zog. (Die ZfK berichtete.) (aba)

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