Der Umsatz der Stadtwerke erreichte mit 1,97 Mrd. Euro knapp das Vorjahresniveau. Für 2017 standen noch 1,99 Milliarden in den Büchern. Der Jahresüberschuss lag bei 76,8 Mio. Euro. "Wir hatten operativ ein gutes Jahr. Bereinigt um Sondereffekte konnten wir unseren positiven Ergebnistrend aus dem Jahr 2017 fortsetzen", bilanzierte Finanzvorstand Hans-Günther Meier. Es ist ihm dabei besonders wichtig, dass seine Stadtwerke die von ihm als "notwendig" erachtete Transformation hin zu Zukunftstechnologien aus eigener Kraft schaffen.
Die Absatzzahlen für 2018 könnten dabei helfen. Sie sind auf hohem Niveau stabil: Der Stromverkauf im Endkundengeschäft und der Absatz aus der Kraftwerksvermarktung lagen ebenso auf Vorjahresniveau wie der Absatz von Gas und klimafreundlicher Fernwärme. "Dabei hilft uns, dass die Kundinnen und Kunden mit unseren Leistungen zufrieden sind", erklärte Vertriebsvorstand Manfred Abrahams. Der Wasserverkauf stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent. Abrahams: "Das Düsseldorfer Trinkwasser hat Spitzenqualität. Es steht wie alle Produkte unseres Hauses für Lebensqualität und Nachhaltigkeit."
Größere Investitionen im Fokus
Im Geschäftsjahr 2018 haben die Stadtwerke Düsseldorf insgesamt mehr als 60 Mio. Euro investiert. Ein Großteil davon floss in die Erneuerung der Versorgungsnetze, außerdem wurde die Wärmeinfrastruktur ausgebaut sowie für der Rollout neuer, digitaler Stromzähler in Gang gesetzt. "Wir investieren allerdings nicht nur in Sachgüter, sondern auch in Top-Talente: Wir haben gezielt eingestellt, um neue Qualifikationen ins Unternehmen zu holen und um den demographischen Wandel zu gestalten", sagte Meier. Die Optimierung des Bestandsgeschäftes hält er für genauso wichtig wie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
Dafür setzen die Stadtwerke verstärkt auf Kooperationen. Der Vorstandsvorsitzende Udo Brockmeier: "Insgesamt wächst die Bedeutung der Sektorenkopplung in den Bereichen Abfall, Strom, Wärme und Verkehr – und damit auch von Kooperationsprojekten. Dies gilt insbesondere auch für die Zukunftstechnik Wasserstoff." Für die Nutzung dieser Technologie existiert bereits eine weitreichende Planung: Die Stadtwerke Düsseldorf nehmen zusammen mit den Stadtwerken Wuppertal und den Städten Düsseldorf, Wuppertal, Duisburg sowie dem Rhein-Kreis Neuss am Förderwettbewerb "Modellregion Wasserstoffmobilität NRW" des Landeswirtschaftsministeriums teil.
Strategische Ziele und Zukunfsprojekte
Mit Blick auf die langfristige Weiterentwicklung des Unternehmens erarbeiten die Stadtwerke Düsseldorf ein strategisches Zielbild für das Jahr 2030. "Dabei erkennen wir, dass das Geschäft der Stadtwerke in Zukunft strukturell näher an dem Geschäft der Gründungsjahre liegt als an dem der letzten drei Jahrzehnte", so Brockmeier, und die Energiewende und der Klimaschutz führten die Stadtwerke zurück zu ihren Wurzeln: "Unsere Aufgabe ist es damals wie heute, einer wachsenden Stadt und ihren Bürgern zu helfen, die Herausforderungen der Zeit zu meistern und die Lebensqualität zu verbessern." So sei es auch ganz am Anfang, im 19. Jahrhundert also, schon gewesen.
Das 2017 gestartete E-Roller-Sharing "Eddy" ist auch ein Thema der Sektorenkopplung. Das Kooperationsprojekt des Berliner Start-ups "Emmy" mit den Stadtwerken verbindet die Sektoren Strom und Verkehr. Die Roller fahren mit Ökostrom und sind ein wichtiger Baustein für ein effizientes und umweltfreundliches Mobilitätssystem in Düsseldorf. Wegen des großen Erfolges ist die Flotte auf 500 „Eddys“ ausgebaut worden. Weitere Mobilitätsprojekte sind in Arbeit: Gemeinsam mit der Stadt wurden die Arbeiten zur Inbetriebnahme von zwei Mobilitätsstationen und zum Aufbau einer digitalen Plattform fortgesetzt. (sig)



