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Stadtwerke Heilbronn und Zeag gründen Kooperationsunternehmen für erneuerbare Energien

Die Partner wollen den Energiebedarf in Heilbronn absichern. Dafür setzten sie auf Wasser- und Windkraft.
02.07.2024

In Heilbronn (v. l.): Alexander Bürkle (kfm. Leiter ZEAG und Geschäftsführer der Erneuerbare Energien Gesellschaft), Franc Schütz (Vorstand Zeag), Oberbürgermeister Stadt Heilbronn Harry Mergel, Erik Mai (Geschäftsführer der Stadtwerke Heilbronn und Geschäftsführer der Erneuerbare Energien Gesellschaft), Erster Bürgermeister Stadt Heilbronn Martin Diepgen

Die Stadtwerke Heilbronn und die Zeag Energie haben die Gründung eines neuen Unternehmens bekanntgegeben. Die "Erneuerbare Energien Gesellschaft mbH & Co. KG" soll die Produktion von grüner Energie in Heilbronn (Baden-Württemberg) stärken.

In einem ersten Schritt beteiligen sich die Stadtwerke für 7,1 Millionen Euro mit 25,1 Prozent an der neuen Gesellschaft, den Rest hält die Zeag. Die Gesellschaft wird mit Beginn des Jahres 2025 den operativen Betrieb aufnehmen.

"Das ist ein wichtiger Baustein, um die Klimaziele der Stadt Heilbronn zu erreichen und ein hervorragendes Beispiel für gelebte Partnerschaft vor Ort", sagt der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel. Die Stadtwerke oder ihr Eigentümer, die Stadt, haben die Option, ihre Beteiligung auf 49,9 Prozent zu erhöhen.

Historischer Kern der Wasserkraft

Die Gesellschaft wird zunächst zwei bestehende Erneuerbare-Energien-Anlagen nutzen: das Neckarkraftwerk Heilbronn und die Stromproduktion des Laufwasserkraftwerks Horkheim. Zusammen tragen diese Anlagen bereits mit insgesamt 35 Mio. Kilowattstunden (kWh) zur grünen Stromerzeugung bei.

"Mit Wasser fing vor über 130 Jahren in Lauffen am Neckar alles an – so auch jetzt", erklärt Zeag-Vorstand Franc Schütz. "Denn mit der ersten Drehstromübertragung zur Weltausstellung 1891 nach Frankfurt, erzeugt mit Wasserkraft aus dem Neckar, hat das Vorläufer-Unternehmen der Zeag ein wesentliches Kapitel der Industriegeschichte geschrieben – Heilbronn wurde danach die erste drehstromversorgte Stadt der Welt."

Die Neckar AG besitzt und betreibt das Wasserkraftwerk in Horkheim. Die Zeag erhalte über einen entsprechenden Strombezugsvertrag sämtliche in der Anlage erzeugten Strommengen, hat aber selbst kein Eigentum am Kraftwerk.

Ausbaupotenzial mit Windkraft

Zusätzlich plant die neue Erzeugungsgesellschaft den Bau von bis zu fünf Windenergieanlagen (WEAs) auf der Gemarkung von Heilbronn-Kirchhausen. Die Stadtwerke Heilbronn bringen hierfür die notwendigen Nutzungsverträge für die erforderlichen Flächen ein. Die Ergebnisse umwelt- und artenschutzrechtliche Untersuchungen sowie Windmessungen stehen noch aus.

Die aktuelle Planung sieht die Installation der neuesten Windenergieanlagen des Typs Enercon E-175 vor, die mit einem Rotordurchmesser von 175 Metern eine Leistung von 6.000 kW pro Anlage liefern können.

Eigenen Bedarf decken

Die Stadtwerke Heilbronn rechnen bis 2035 mit einer Verdopplung des eigenen Strombedarfs.

"Mit der Gründung der Erneuerbaren Energien Gesellschaft erreichen wir einerseits das Ziel der Dekarbonisierung voraussichtlich noch vor dem Jahr 2035", erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Erik Mai, "zum anderen sichern wir uns durch eine lokale Investition in Erneuerbare Energien vor bestehenden und zukünftigen globalen Krisen wirtschaftlich ab."

Doppelspitze für das nue Unternehmen

 "Die Zusammenarbeit zwischen den Stadtwerken und der Zeag erfolgt auf absoluter Augenhöhe", sagt Zeag-Vorstand Schütz. Jeder Partner stelle je eine Geschäftsführung. "Beide Partner bringen ihre spezifischen Stärken ein, um die Erzeugungsgesellschaft erfolgreich zu führen und gemeinsam die Energiewende in Heilbronn möglich zu machen."

Die neuen Geschäftsführer sind Alexander Bürkle, der Kaufmännische Leiter der Zeag, und Erik Mai, Geschäftsführer der Stadtwerke Heilbronn.

EnBW hält die Mehrheit der Zeag-Aktien. Die Stadt Heilbronn, ursprünglicher Eigentümer des Unternehmens, hingegen besitzt noch etwas weniger als 1 Prozent. (pfa)