Auch die Stadtwerke Kirn nutzen nun den Online-Marktplatz "Nahwerte", um sowohl den Einzelhandel als auch die Dienstleister in der Region zu unterstützen.

Auch die Stadtwerke Kirn nutzen nun den Online-Marktplatz "Nahwerte", um sowohl den Einzelhandel als auch die Dienstleister in der Region zu unterstützen.

Bild: © Stadtwerke Kirn

Die Stadtwerke Kirn haben den Online-Marktplatz „Nahwerte“ gestartet: Über die Plattform können der lokale Handel, Dienstleister, Vereine und Gastronomen ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren und anbieten. Damit folgt das rheinland-pfälzische Stadtwerk dem Beispiel der Energieversorgung Dormagen (evd), die die Plattform bereits im Jahr 2020 in ihrer Region etabliert haben.

Auf das Projekt aufmerksam geworden sind die Kirner über den Verein „Die Netzwerkpartner“, in welchem sie selbst Mitglied sind. Die Netzwerkpartner sind eine Kooperation von über 120 Stadtwerken und überregionalen Energieversorgern, die den Wissenstransfer unter ihren Mitgliedern fördert sowie auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder zugeschnittene Dienstleistungen und White-Label-Lösungen anbietet und entwickelt.
 

Corona, ein Brandbeschleuniger

„Unsere Motivation ist es, die Region zu stärken. Corona ist wie ein Brandbeschleuniger, besonders für den Einzelhandel, der stark gelitten hat“, erläutert Jochen Stumm, Geschäftsführer der Stadtwerke Kirn. Nahwerte bündelt alle Angebote der Region zentral auf einer Plattform und verbindet so die lokalen Stärken mit den Vorzügen der Digitalisierung. Für die Teilnehmer bedeutet es ein niedriges Invest und überschaubares Risiko sowie eine weitreichende Produktvermarktung.

Besucher erhalten einen Gesamtüberblick über die Produkte und Leistungen ihrer Region sowie zuverlässige Online-Informationen über lokale Verfügbarkeiten. Zudem steigert die gemeinsame Plattform die digitale Auffindbarkeit der einzelnen Händler in den Suchmaschinen, wie zum Beispiel Google.

Aller Anfang ist schwer

Der Start verlief holprig: Der Handel war anfangs zurückhaltend. Es brauchte viel Überzeugungsarbeit, um sie für die Plattform zu gewinnen. „Die Resonanz war durchweg positiv, aber aktiv mitmachen wollten diese vorerst nicht“, so Stumm. Ein direktes Anschreiben, mehrere Informationsveranstaltungen, diverse Online-Schulungen und ein 15-minütiges-Erklärvideo des Dienstleisters der White-Label-Plattform, atalanda, folgten. "Wir mussten jede einzelne Person nochmals persönlich ansprechen. Es war und bleibt harte Akquisearbeit."

Früchte harter Arbeit

Langsam änderte sich die Wahrnehmung und Haltung: „Es geht bei dem Online-Marktplatz um Sichtbarkeit“, sagt Stumm. „Die Beratung vor Ort wird nicht ersetzt, aber die Online-Präsenz macht Lust, eben diese Lokalitäten aufzusuchen.“ Der Grundgedanke fruchtete. Als der Geschäftsführer dann noch die Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Kirner-Land von dem Projekt überzeugte und diese sich bereit erklärte, die Gebühren der Händler teilweise für das erste Jahr zu übernehmen, wurde das Projekt zum Erfolg.

„Wir haben aktuell rund 45 Händler auf der Plattform. In den nächsten zwei Jahren möchten wir noch mehr Vielfalt auf der Plattform schaffen und weitere Händler und Anbieter gewinnen. Zudem sind wir bemüht, das Angebot von Nahwerte auch über die Verbandsgemeinde hinaus bekannt zu machen, um mehr Reichweiter für die Stadt zu gewinnen und vielleicht den einen oder anderen neuen Besucher in unsere schöne Innenstadt zu locken", freut sich der Stadtwerke-Chef.

Hoher Zeit- und Kostenaufwand

Der Zeit- und Kostenaufwand sei enorm gewesen, gibt der Geschäftsführer zu. Um die 1.000 Stunden sowie eine fünfstellige Summe seien investiert worden. „Es ist mehr als erwartet, aber ich bin davon überzeugt, dass Nahwerte ein enormes Potenzial hat. Wir haben viele innovative Läden, Konzepte und Produkte, die nun die Möglichkeit erhalten ihre Geschichte zu erzählen – und genau das hebt Nahwerte von anderen Plattformen ab.“

Die Stadtwerke werden auch weiterhin die Plattform intensiv in der Region vermarkten und die Teilnehmer aktiv bei der Umsetzung unterstützen. „Wir arbeiten nun sukzessive daran, dass die Händler ihre Waren auch digital anbieten und die Plattform nicht nur als reine Online-Präsenz nutzen.“

Baustein einer Smart-City-Strategie

Die Plattform böte aber nicht nur eine digitale Heimat für lokale Händler, sondern vernetzt die Aktivitäten der Kommune und könne somit als wichtige Standortkommunikation sowie Tourismusförderung fungieren, zeigt Nabil Zaitouni von den Netzwerkpartnern auf. Nahwerte sei neben positiven Effekten für die Region, auch ein wichtiges Kundenbindungsinstrument für das Stadtwerk. "Zudem hat Nahwerte das Potenzial ein Baustein einer zukünftigen Smart City-Strategie sowie einer digitalen Infrastruktur zu werden." (gun)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper