Der Krefelder Stadtwerkekonzern (SWK) setzte auch im vergangenen Jahr seinen Aufwärtstrend im Kundenportfolio fort. Ende 2021 zählte er rund 770.000 Kunden – das sind etwa 20.000 mehr als im Vorjahr.
Zuwachs verzeichnete der Konzern nach eigenen Angaben in der Gassparte, während die Zahlen im Strombereich im Heimarktmarkt leicht rückläufig waren. Deutlich zulegen konnte außerdem die bundesweite Vertriebstochter Lekker Energie. Sie registrierte zum Jahresende knapp 430.000 Kunden (2020: knapp 410.000).
Lekker steigert Gewinn deutlich
Auch wirtschaftlich erwies sich Lekker erneut als Gewinnbringer. Das Unternehmen verdoppelte sein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahr nahezu von 7,4 Mio. auf 13,7 Mio. Euro. Der Nettoumsatz ging um ein Fünftel auf 353 Mio. Euro nach oben. Beides führte die Stadtwerketochter vor allem auf die Übernahme mehrerer Kundenportfolios in den beiden Vorjahren zurück.
Einen zunehmenden Ergebnisbeitrag würden zudem Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft und Angebote wie das Leerstandsmanagement beitragen, hieß es in einer Presseaussendung.
Umsatz steigt auf 1,53 Mrd. Euro
Dabei blieb auch Lekker von extrem steigenden Strom- und Gaspreisen insbesondere seit Herbst 2021 nicht verschont. Mit frühzeitig umgesetzten Gegenmaßnahmen wie einer Beschaffungsstrategie, die Risiken stärker überprüfe, hätte man nachteilige Effekte jedoch stark reduzieren können.
Gute Zahlen legte auch der Krefelder Stadtwerkekonzern insgesamt vor. Der Umsatz betrug 1,53 Mrd. Euro – ein neuer Rekord. Im Vorjahr waren es 1,37 Mrd. Euro gewesen.
Rote Zahlen im ÖPNV
Der Konzernjahresüberschuss stieg von 23 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 35 Mio. Euro. 7,4 Mio. Euro davon fließen als Nettodividende an den Haushalt der Stadt Krefeld. Die Konzessionsabgabe beträgt weitere 14,3 Mio. Euro.
Rote Zahlen schrieb einmal mehr der öffentliche Nahverkehr. Am Ende stand hier ein Verlust von 26 Mio. Euro (2020: 21,5 Mio. Euro). Im Vorjahresvergleich brachen auch die Passagierzahlen weiter ein. Die Stadtwerke zählten für das ganze Jahr 26,1 Mio. Fahrgäste – und damit etwa 2,5 Mio. weniger als im Vorjahr.
Mittelfristige Corona-Folgen
Auch der Umsatz sank auf 32,7 Mio. Euro. Dabei wurden die coronabedingten Verluste nach Konzernangaben erneut durch den ÖPNV-Rettungsschirm des Landes Nordrhein-Westfalen ausgeglichen.
Die Stadtwerke gehen davon aus, dass die Corona-Pandemie auch mittelfristig Auswirkungen auf die Ergebnissituation im öffentlichen Nahvekehr haben wird. "Neben den steigenden Aufwänden zum Erhalt der ÖPNV-Infrastruktur und den Folgen des demographischen Wandels verändern sich auch die Verhaltensweisen unserer maßgeblichen Kundengruppen", wird Carsten Liedtke, Sprecher des SWK-Vorstands, zitiert.
Flexticket und Eezy-Ticket
"So wählen mehr und mehr Kunden die Flexibilität verschiedener Ticketsegmente, weg vom Abonnement. Die vielerorts eingeführte Möglichkeit, von zu Hause aus arbeiten zu können, verstärkt diesen Trend". Mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) seien daher Anfang 2022 mit einem Flexticket und dem sogenannten Eezy-Ticket entsprechende Produkte eingeführt worden, die stärker auf die geänderten Bedürfnisse eingingen. (aba)



