Plötzlich ohne Stromversorger: Immergrün und Meisterstrom haben einen Teil ihrer Kunden informiert, dass sie die Stromlieferungen zum 20. Oktober einstellen.

Plötzlich ohne Stromversorger: Immergrün und Meisterstrom haben einen Teil ihrer Kunden informiert, dass sie die Stromlieferungen zum 20. Oktober einstellen.

Bild: © Navee/Adobestock

Von Hans-Peter Hoeren

Die Stadtwerke aus dem südbadischen Ort Löffingen stellen den Stromvertrieb zum 30. Juni ein. Die Gründe für den Schritt sind laut Bürgermeister Tobias Link die gestiegenen Stromhandelspreise sowie die zunehmenden gesetzlichen Anforderungen. Diesem Schritt vorausgegangen war eine Entscheidung des Gemeinderates im Winter vergangenen Jahres. Es geht um rund 3200 Verträge.

Die betroffenen Kundinnen und Kunden werden ab 1. Juli dann von der EnBW-Tochter Naturenergie Hochenergie zu den bestehenden Bedingungen beliefert, mit der die Stadtwerke bereits seit Längerem kooperieren.

Stadtwerke bleiben Ansprechpartner der Kunden

"Es ist uns wichtig, dass die Kundinnen und Kunden einen reibungslosen Übergang zu Naturenergie haben. Die Stadtwerke Löffingen bleiben auch weiterhin vor Ort Ansprechpartner für Kundenanliegen", erklärt Hubert Gnädinger von den Stadtwerken Löffingen. Das kommunale Unternehmen war bisher Grundversorger in der Gemeinde. Die Stadtwerke Löffingen sind zudem für die Wasserversorgung, die Abwasserbeseitigung und die Nahwärmeversorgung vor Ort zuständig und betreiben mehrere Schwimmbäder. 

Laut einer Liste der Bundesnetzagentur haben neben den Stadtwerken Löffingen in den vergangenen Monaten weitere Grundversorger den Energievertrieb eingestellt. Darunter sind die Stadtwerke Hemer (Grundversorger Gas) in Nordrhein-Westfalen, die ihren Geschäftsbetrieb an Enervie verpachtet haben, aber auch das Hermann-Geuder-Elektrizitätswerk (Grundversorger Strom) und die Gemeindewerke Hermaringen (Strom und Gas).

Das Hermann-Geuder-Elektrizitätswerk hatte sein Stromnetz im Weikersheimer Stadtteil Elpersheim (Baden-Württemberg) an das Überlandwerk Schäfersheim abgegeben, berichten lokale Medien. Laut den "Fränkischen Nachrichten" sind 400 Kunden betroffen.

Folgen der Energiekrise

Die Gemeindewerke Hermaringen hatten ihren Energievertrieb für Strom und Gas Ende 2024 eingestellt. Ab diesem Jahr werden die Kundinnen und Kunden von den benachbarten Stadtwerken Giengen versorgt. Wie viele andere Energieversorger waren auch die Gemeindewerke Hermaringen mit den Folgen der Energiekrise konfrontiert. Trotz temporärer Zuwächse durch den Rückfall von Kunden in die Grundversorgung führten zuletzt der starke Wettbewerb, Energieeinsparungen und die Diversifizierung von Produkten zu einem Rückgang der Kundenzahlen.

Hinzu kamen Herausforderungen durch die starken Schwankungen am Termin- und Spotmarkt, steigende Netzentgelte sowie aufwendige energiewirtschaftliche Prozesse wie die Umsetzung der Gas- und Strompreisbremse. Ein anstehender IT-Systemwechsel erhöhte den Druck zusätzlich.

Zuletzt versorgten die Gemeindewerke Hermaringen rund 900 Stromkunden (davon 300 in der Grundversorgung) und 400 Gaskunden (davon 80 in der Grundversorgung).

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