Mit den Stadtwerken München und dem Berliner Unternehmen Gasag haben zwei große Versorger für kommendes Jahr deutliche Preiserhöhungen für Strom und Gas angekündigt. Hintergrund sind stark gestiegene Preise im Großhandel.
Den Auftakt machten die Stadtwerke München am Dienstagmittag. Sie erhöhen für kommendes Jahr den Grundversorgungstarif für Strom von 27,66 Cent pro kWh auf 29,39 Cent pro kWh. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent.
Gaspreis um fast ein Viertel teurer
Auch der Leistungspreis steigt von 110,77 Euro pro Jahr auf 116,48 Euro.
Noch deutlicher fällt die Steigerung bei Erdgas aus. Dort geht der Arbeitspreis von 6,14 Cent pro kWh auf 7,65 Cent pro kWh nach oben. Das ist fast ein Viertel mehr.
Gasag erhöht Gaspreise
Der Grundpreis beträgt dann 105,79 Euro pro Jahr statt der bislang gültigen 97,10 Euro.
Auch Kunden des Berliner Gasversorgers Gasag müssen sich auf höhere Kosten einstellen. Der Arbeitspreis betrug dort in der Grundversorgung bislang 7,15 Cent pro kWh.
Keine Erhöhung für Stromkunden
Wie das Unternehmen mitteilt, werden dem nun 1,31 Cent pro kWh aufgeschlagen. Das entspricht einem Zuwachs von 18 Prozent. Der Grundpreis (114,24 Euro pro Jahr) bleibt stabil.
Nach Unternehmensangaben sind im Strombereich für Bestandskunden bislang keine Preiserhöhungen geplant.
Bielefeld zieht nach
Am Abend kündigten ferner die Stadtwerke Bielefeld an, die Gaspreise zu erhöhen. Hier beträgt das Plus nach eigenen Angaben 16 Prozent beziehungsweise 0,91 Cent pro kWh. Der jährlich zu zahlende Grundpreis verändert sich demnach nicht.
Die Tarife sollen wieder für das ganze Jahr 2022 Gültigkeit haben.
München wieder mit Neukundenvertrieb
Früher als angekündigt bieten die Stadtwerke München übrigens wieder für Neukunden Gasprodukte an. Auch auf den Vergleichsportalen Verivox und Check24 waren die Angebote zu finden. Mitte Oktober hatte das Kommunalunternehmen die Neukunden-Akquise ausgesetzt.
Am Dienstagnachmittag allerdings kostete im SWM-Tarif Fix eine kWh Gas im Arbeitspreis 12,22 Cent pro kWh. Der Grundpreis lag bei 180,39 Euro pro Jahr.
98 Gasgrundversorger mit Preiserhöhungen
Im Vergleich zu anderen Mitbewerbern fallen die Preiserhöhungen der Stadtwerke München, der Stadtwerke Bielefeld und der Gasag noch moderat aus.
Nach Check24-Angaben haben seit August mittlerweile 98 Gasgrundversorger ihre Preise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt lag der Anstieg bei 17,3 Prozent.
Große Unterschiede
Dabei gab es große Unterschiede. So stieg bei zwei Unternehmen der Preis in der Grundversorgung auf mehr als das Doppelte. Am anderen Ende stehen Versorger, die die Preise um weniger als fünf Prozent anheben.
Laut Check24 zahlt ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh mit den im Oktober gültigen Preisen im Schnitt knapp 7,7 Cent pro kWh. (aba/dpa)



