Florian Bieberbach ist seit 2013 Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München

Florian Bieberbach ist seit 2013 Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München

Bild: © SWM

Vor einigen Jahren hatten sich die Stadtwerke München (SWM) ein engagiertes Ziel gesetzt: 2025 wollten sie so viel Ökostrom in eigenen Anlagen produzieren, wie ganz München verbraucht. Vieles ist mittlerweile passiert, ob Ukraine-Krieg, Pandemie oder Inflation. Aber noch immer sind die Stadtwerke zuversichtlich, dass sie ihr zentrales Vorhaben erreichen werden.

Auch bei der Wärme geht es voran. Der Plan: Die SWM decken den Münchner Bedarf an Fernwärme bis spätestens 2040 CO2-neutral. Dabei setzen sie vor allem auf Tiefengeothermie. Hierzu haben sie einen Transformationsplan erstellt, den die Landeshauptstadt München im Rahmen ihrer kommunalen Wärmeplanung berücksichtigt. Darin beschreiben die SWM konkrete Bausteine und definierte Zeiträume für die notwendigen Dekarbonisierungsmaßnahmen. Neben der Leistungssteigerung bestehender Geothermieanlagen haben die SWM zehn weitere Vorhaben mit rund 50 neuen Tiefenbohrungen geplant. Ergänzt werden die Anlagen durch Großwärmepumpen, deren Wärme für die Fernwärme nutzbar gemacht wird.

Verlässliche Daseinsvorsorge

Das abgelaufene Geschäftsjahr sei für die SWM „erneut sehr herausfordernd“ gewesen: So hatten die seit Jahrzehnten stärksten Verwerfungen auf den Energiemärkten – vor allem durch den russischen Angriff auf die Ukraine – auch 2023 wieder erhebliche Auswirkungen auf die SWM. Auch die Umsetzung politischer Vorgaben schlug sich auf die Zahlen nieder, etwa die Einführung des Deutschlandtickets sowie die Umsetzung der Preisbremsen für Strom, Erdgas und Fernwärme. Schließlich war auch die Abschaltung des Kernkraftwerks Isar 2, an dem die Stadtwerke 25 Prozent hielten, ein wichtiges Ereignis.

Doch auch unter den immer komplexeren Rahmenbedingungen sehen die SWM ihren Auftrag der Daseinsvorsorge als verlässlich erfüllt. Mit großem Einsatz habe das Unternehmen die Versorgungssicherheit während der Energiekrise gewährleistet und die Auswirkungen auf München bestmöglich abgemildert.

Bilanzielle Sondereffekte beim Ergebnis

Vor dem Hintergrund des skizzierten schwierigen Umfelds sank der Umsatz um 8,5 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) reduzierte sich um knapp die Hälfte, aber im Rahmen der Erwartungen, auf 240 Millionen Euro. Im Gegensatz hierzu stieg das Nachsteuerergebnis aufgrund bilanzieller Sondereffekte auf 656 Millionen Euro, ein Zuwachs auf mehr als das Doppelte.

Mit der Landeshauptstadt München ist grundsätzlich eine jährliche Gewinnausschüttung von 100 Millionen Euro vereinbart. Zusammen mit Gewerbesteuer und Konzessionsabgaben fließen 233 Millionen Euro von den Stadtwerken in den Münchner Haushalt. Zudem tragen die SWM strukturelle Verluste der Bäder sowie mit der LHM auch die Verluste ihrer Mobilitätssparte.

Stadtwerke-Chef Florian Bieberbach erklärte, die SWM hätten trotz vieler Herausforderungen „weiter Kurs gehalten, an der Zukunft unserer Stadt zu arbeiten“. Sein Dank galt Kunden und Fahrgästen, „die uns 2023 treu geblieben sind, auch wenn wir bei der Umsetzung der Energie-Preisbremsen und bei der Fahrplanstabilität unsere selbst gesteckten Ziele nicht immer erfüllen konnten. Wir strengen uns sehr an, wieder die gewohnte Qualität zu erreichen“, so Bieberbach. (wa)

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