Die Stadtwerke Neumünster haben auf ihren Systemen Spionageversuche festgestellt, das teilte der Regionalversorger auf seiner Webseite mit. Aus Sicherheitsgründen und um Schäden zu vermeiden, wurden daher die Systeme bis auf weiteres abgeschaltet.
"Es funktioniert so gut wie nichts mehr", bestätigte die Pressesprecherin der Stadtwerke gegenüber der ZfK.
Betroffen sind das Kundenportal und die Kundenhotlines. Auch die Mitarbeitenden der Stadtwerke sind vorerst nicht erreichbar - sowohl telefonisch als auch per E-Mail. Diensthandys hingegen funktionieren noch.
Kein Recycling und Cash im Hallenbad
Zudem schließen die Stadtwerke ihren Recyclinghof für Privatleute. Auch das Hallenbad könne momentan ausschließlich Barzahlungen annehmen.
Die Versorgung mit Energie und Internet sei aber sichergestellt, erklärte die Sprecherin. Bei den meisten Hackerangriffen auf Versorger ist dies der Fall, da für die getrennten Systeme auch besondere Sicherheitsansprüche gelten.
Sicherheit geht vor
Es war die eigene IT der Stadtwerke Neumünster, welche Alarm schlug. Genaueres wird aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben. Die Stadtwerke hätten einen umfangreichen Plan für Hackerangriffe, auf den sie nun zurückgriffen.
"Es mag für einige rigoros erscheinen, dass wir so hart reagieren, aber wir haben gesehen, wie schnell ein Hackerangriff bei anderen Stadtwerken funktioniert und gehen lieber auf Nummer Sicher", erklärte die Sprecherin.
Momentan läuft bei den Stadtwerken die Analyse, der Punkt Null wird gesucht, ab dem der mögliche Hacker im System zu finden war.
- Weiteres zum Thema Cybersecurity: Schauen Sie sich unsere Expertenrunde "Zfk im Gespräch" hier an.
(pfa)



