Bild: © SWU

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) ziehen nach einem einmal mehr ungewöhnlichen Geschäftsjahr 2021 eine positive Bilanz.

Zwar gingen die Gewinne im Energie- und Netzgeschäft deutlich zurück. Auch belastete die Corona-Pandemie einmal mehr den öffentlichen Nahverkehr. Wertberichtigungen aus Beteiligungen sowie Einmalerlöse unter anderem aus dem Verkauf des Gaskraftwerks Leipheim machten dies aber offenbar mehr als wett.

Ulm/Neu-Ulm: Umsatz geht nach oben

Unter dem Strich verdreifachte der Kommunalkonzern seinen Gewinn nach Steuern und Zinsen im Vorjahresvergleich auf 4,1 Mio. Euro (2020: 1,3 Mio. Euro).

Auch der Umsatz ging nach oben. Diesen gab der Konzern mit 517 Mio. Euro an. Im Vorjahr waren es 488 Mio. Euro gewesen.

Gewinnbringer Fug Fernwärme Ulm

Positiv auf den Geschäftsverlauf wirkten sich die überdurchschnittlich hohen Niederschläge des vergangenen Jahres aus, was der Stromproduktion aus Wasserkraft half. Der ungewöhnlich kalte Winter 2021/22 trieb auch den Absatz von Gas und Wärme nach oben.

Die große Wärmenachfrage dürfte auch wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Fug Fernwärme Ulm, an der die SWU zur Hälfte beteiligt sind, einen starken Ergebnisbeitrag ablieferte.

Gewinneinbußen im Netzgeschäft

Ferner spülte der Verkauf des Projekts Gaskraftwerk Leipheim an den Energiekonzern Leag 3,4 Mio. Euro in die Kassen. Darüber hinaus brachte die Verringerung der Beteiligung am Wasserkraftwerk Kostheim 550.000 Euro ein. Die Stadtwerke halten an der Anlage nun noch 50 statt früher 70 Prozent.

Gewinneinbußen von 40 Prozent mussten die Stadtwerke im Netzgeschäft hinnehmen. Ein Plus von 10,1 Mio. Euro schlug hier zu Buche.

Gesunkene Netznutzungsentgelte

Hauptsächlich verantwortlich dafür seien gesunkene Netznutzungsentgelte gewesen, heißt es. Diese seien bei den Stromnetzen um 3,1 Mio. Euro zurückgegangen und im Gasbereich um 2,1 Mio. Euro. Außerdem habe das Unternehmen Rückstellungen für Verlustenergie in Höhe von 2,1 Mio. Euro gebildet.

Der Gewinn der Energietochter SWU Energie halbierte sich im Vorjahresvergleich. Am Ende standen hier 9,9 Mio. Euro.

SWU-Tochter Telent legt kräftig zu

Die Stadtwerke verwiesen auf die fortwährende Belastung aus der Beteiligung am Trianel-Steinkohlekraftwerk Lünen. Der Verlust aus der Vermarktung des dort erzeugten Stroms habe sich auf 19,5 Mio. Euro belaufen. Darin enthalten seien Rückstellungen in Höhe von 13,8 Mio. Euro.

Zulegen konnten dagegen die Stromvertriebssparte sowie die Bereiche Stromproduktion und -handel. Auch die SWU-Tochter Telenet steigerte ihren Ertrag – und zwar um satte 850 Prozent auf 1,7 Mio. Euro. Den größten Anteil daran hätten gestiegene Erlöse aus dem Verkauf von Telekommunikationsprodukten gehabt, teilte das Unternehmen mit. Inzwischen zählen die SWU 10.700 Telekommunikationskunden.

Fahrgastzahlen stagnieren

Traditionell ist der Bereich SWU Verkehr ein Verlustgeschäft. Das vergangene Jahr beendeten die Stadtwerke mit einem Minus von 20,4 Mio. Euro (Vorjahr: 19,8 Mio. Euro). Die Fahrgastzahlen blieben coronabedingt auf niedrigem Niveau. Die Stadtwerke zählten 26,7 Mio. Fahrgäste (Vorjahr: 27 Mio.).

"Wir denken, dass sich durch die zunehmend fallenden Corona-Beschränkungen, die Fahrgastzahlen schnell erholen werden", teilte SWU-Chef Klaus Eder mit. "Wir investieren daher weiter in die Zukunft der SWU Verkehr. Konkret erweiterten wir im letzten Geschäftsjahr unseren Fuhrpark um 11 neue Gelenkbusse." (aba)

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