"Wir erleben derzeit eine stärkere Komplexität und höhere Anforderungen im Rahmen der strukturierten Beschaffung sowie der Risikosteuerung", fasste Jan Drößler, Leiter Risikomanagement Dienstleistungen bei Trianel, die Ergebnisse der Umfrage zusammen.

"Wir erleben derzeit eine stärkere Komplexität und höhere Anforderungen im Rahmen der strukturierten Beschaffung sowie der Risikosteuerung", fasste Jan Drößler, Leiter Risikomanagement Dienstleistungen bei Trianel, die Ergebnisse der Umfrage zusammen.

Bild: © Trianel

Stadtwerken gehen zunehmend die Handelspartner aus, wie eine frisch veröffentlichte Umfrage der Stadtwerkekooperation Trianel zeigt.

Demnach gaben mehr als 69 Prozent der befragten Kommunalunternehmen an, nur noch einen bis drei aktive Handelspartner zu haben. Damit hat sich die Zahl der Stadtwerke, die nur so wenige Optionen haben, mehr als verdoppelt.

Breit gefächertes Netzwerk selten

Weitere 18 Prozent hatten vier oder fünf Handelspartner. Nur jedes zehnte Stadtwerk zählte mindestens zehn aktive Handelspartner. Im Vorjahr hatte noch jedes zweite befragte Kommunalunternehmen über ein so breit gefächertes Netzwerk verfügt.

Trianel hatte die Umfrage im Mai und Juni dieses Jahres durchgeführt. Nach Unternehmensangaben nahmen 132 Experten von 59 Stadtwerken teil.

Marktzugang und Terminbeschaffung

Als zentrale Herausforderung im Beschaffungsmanagement sahen die befragten Stadtwerke den Marktzugang und die Terminbeschaffung. Preisaufschläge und fehlende Möglichkeiten zur Beschaffung im dritten bis fünften Frontjahr erschwerten derzeit die Umsetzung bewährter Beschaffungsstrategien.

Rund 58 Prozent gaben an, dass kaum noch Produkte für das dritte bis fünfte Frontjahr am Markt verfügbar sind. Auch die Teilnahme an Ausschreibungsrunden beurteilten 65 Prozent der Teilnehmer als stark eingeschränkt.

Dauerhaft hohe Preise erwartet

Die meisten Befragten gehen davon aus, dass die Preise im Großhandel auch langfristig höher und stark schwankend bleiben werden. Eine mittelfristige Preiserholung erwarteten lediglich zwei Prozent, von einer langfristigen Preiserholung gingen immerhin noch zwölf Prozent aus.

73 Prozent gaben dagegen an, dass das Preisniveau dauerhaft höher ausfallen werde. 61 Prozent rechneten auch langfristig mit einer starken Volatilität.

Monats- und Quartalsprodukte gefragt

Ihre Beschaffungsstrategien hatten zum Zeitpunkt der Befragung 61 Prozent der Stadtwerke verändert. Am häufigsten ging es darum, den Beschaffungszeitraum zu verkürzen. Fast genauso viele Stadtwerke gaben an, den Beschaffungszeitraum zu verlängern.

Auch Monats- und Quartalsprodukte wurden stärker nachgefragt. "Der Einsatz dieser Produkte rührt aus unserer Sicht vor allem daraus, dass Stadtwerke versuchen, auf kurzfristige Änderungen des Abnehmeverhaltens ihrer Endkunden zu reagieren", erläuterte Jan Drößler, Leiter Risikomanagement Dienstleistungen bei Trianel.

"Komplexität stark gestiegen"

"Die Komplexität in der Beschaffung ist sehr stark gestiegen", ergänzte  Paul Jüngst, Leiter Trendscouting bei der Stadtwerkekooperation. "Es ist davon auszugehen, dass man sich damit noch stärker beschäftigen muss." (aba)

Info: Täglich aktualisierte Energiemarktdaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.

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