In Südhessen bahnt sich ein Stadtwerkezusammenschluss an. Die Sondierungen zwischen den beiden seit längerem durch eine Überkreuzbeteiligung miteinander verbundenen Energieversorgern GGEW AG und der deutlich kleineren Energieried GmbH & Co. KG laufen bereits seit längerem.
Nach Abschluss der Fusionsprüfung sind die Aufsichtsräte der beiden Unternehmen nun den Vorschlägen der Geschäftsführungen der beiden Versorger gefolgt. Im Kern soll der Abstimmungsprozess nun so vorzubereitet werden, dass die zuständigen im Zeitraum von Oktober 2022 bis März 2023 über den Zusammenschluss beschließen können, heißt es in einer Pressemitteilung. Wenn alles nach Plan verlaufe, könne mit einer Verschmelzung im Spätsommer 2023 gerechnet werden.
"Die Herausforderungen in der Energiewirtschaft gaben uns den Impuls, dass eine Bündelung der Kräfte im Kreis Bergstraße Wettbewerbsvorteile schafft und damit eine Wertsteigerung für die beteiligten Kommunen erreicht wird“, erklärte GGEW-Vorstand Carsten Hoffmann. Die Synergieeffekte, die sich daraus ergeben, würden für weiteres Wachstum eingesetzt. Die GGEW beschäftigt über 230 Mitarbeitende, der Umsatz im vergangenen Jahr lag bei rund 220 Mio. Euro.
Fokus auf Energie- und Wärmewende
„Unser Ziel ist es, als schlagkräftige Einheit unseren Wachstumspfad zusammen weiterzugehen. Somit stellen wir die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. Durch die Bündelung der gemeinsamen Kräfte und Kompetenzen können zudem die großen Herausforderungen auf dem Energiemarkt besser bewältigt werden. Dabei steht für uns immer die regionale Wertschöpfung im Fokus“, betonte Frank Kaus, Geschäftsführer Energieried. Für den Energiedienstleister sind rund 42 Mitarbeitende tätig, der Jahresumsatz liegt im Schnitt bei rund 20 Mio. Euro.
Im Fokus der Zusammenarbeit soll vor allem die Bewältigung der Energiewende, der gemeinsame Erneuerbaren-Ausbau und das Forcieren der Wärmewende stehen.
Keine betriebsbedingten Kündigungen, Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze
Der Kernmarkt würde sich durch die Fusion auf rund 180.000 Einwohner vergrößern. Der kommunale Gesellschafterkreis bliebe erhalten, ebenso stabile verlässliche Ausschüttungen mit einem Wachstumspfad in der Zukunft begleitet mit dem Voranbringen der neuen Geschäftsfelder. Betriebsbedingte Kündigungen schließen die beiden Unternehmen aus, es sei vielmehr der Aufbau zusätzlicher Arbeitsplätze im Zuge des Wachstums in den Geschäftsfeldern der gemeinsamen Gesellschaft geplant. Auch die beiden Unternehmensstandorte sollen bestehen bleiben.
Die GGEW AG ist seit 2002 an der Energieried GmbH & Co. KG beteiligt und hält einen Anteil von 34,5 Prozent. Die anderen Anteile liegen bei der Stadt Lampertheim (40,4 Prozent) und der Stadt Bürstadt (25,1 Prozent). In der damaligen Überkreuzbeteiligung (die Stadt Lampertheim ist im Gegenzug zu rund 4 Prozent an der GGEW AG beteiligt) sowie in einem Konsortialvertrag von 2002 wurde die Kooperation beider Unternehmen ausdrücklich vertraglich verankert. (hoe)



