Blick auf das Uniper-Kohlekraftwerk Datteln.

Blick auf das Uniper-Kohlekraftwerk Datteln.

Bild: © Bernd Thissen/dpa

Der Energiekonzern Uniper wird nach einem starken ersten Quartal optimistischer für das Gesamtjahr. Im ersten Quartal lag das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach vorläufigen Zahlen bei 730 Mio. Euro nach 651 Mio. im Vorjahr. Grund sei der globale Energiehandel, der sich besser entwickelt habe als erwartet, teilte Uniper am Dienstag überraschend in Düsseldorf mit.

Die Aktie stieg am Nachmittag in einem insgesamt schwächeren Umfeld um etwa 1,6 Prozent auf 30,70 Euro. Analyst John Musk vom Analysehaus RBC lobt zwar die Quartalszahlen, findet die Prognoseanhebung aber nicht "besonders verlockend". Denn viel davon stehe mit einem Einmaleffekt in Zusammenhang.

Besseres Ergebnis als erwartet

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern jetzt ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 0,8 und 1,05 Mrd. Euro. Bisher war das Management von 700 bis 950 Mio. ausgegangen. Das bereinigte Nettoergebnis soll 2021 zwischen 650 und 850 Mio. Euro liegen. Vorher lag die Erwartung bei 550 bis 750 Mio.

Die detaillierten Zahlen für die ersten drei Monate wird der Konzern am 6. Mai vorlegen. Die Quartalszahlen werden erstmals der neue Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach und die neue Finanzchefin Tiina Tuomela vorstellen. Der bisherige Konzernchef Andreas Schierenbeck und Finanzchef Sascha Bibert waren Ende März überraschend mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.

Uneinigkeit wegen Dividenden

Mit dem neuen Führungsteam bringt Fortum seine eigenen Leute in Stellung. Maubach war nicht nur Uniper-Aufsichtsratschef, sondern auch Fortum-Verwaltungsratsmitglied. Tuomela war Fortum-Managerin. Mit dem Wechsel strebe der Konzern "eine tiefere Integration der Funktionen und Geschäftsbereiche" bei Uniper an.

Dass es in letzter Zeit Unstimmigkeiten zwischen den beiden Parteien gegeben habe, hatte Uniper zwar zuletzt bei der Vorlage der Jahreszahlen abgestritten. Allerdings hieß es damals, dass sich die beiden Konzerne beim Thema Dividendenpolitik noch nicht einig seien. Das hatte bei der Vorlage der Jahreszahlen Fragen aufgeworfen.

Höchster Börsenwert

Der Uniper-Vorstand entgegnete allerdings, es geben keinen Streit, vielmehr sprach das Management von einer "konstruktiven Zusammenarbeit" mit Fortum. Nachdem der Managementwechsel bekannt wurde, überschritt der Aktienkurs zeitweise sogar die Marke von 32 Euro. Damit war das Papier so teuer wie noch nie.

Die Beziehung zwischen Uniper und Fortum war von Anfang an schwierig. Uniper hatte sich lange gegen eine Übernahme gewehrt. Fortum gehören mittlerweile zwar rund 76 Prozent an Uniper, bisher haben die Finnen allerdings auf einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag inklusive Herausdrängen der Kleinanleger verzichtet. (dpa/jk)

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