Das Logo von RWE ist an der Fassade eines Gebäudes auf dem RWE-Campus in Essen zu sehen.

Das Logo von RWE ist an der Fassade eines Gebäudes auf dem RWE-Campus in Essen zu sehen.

Bild: © Fabian Strauch/dpa

Der Energiekonzern RWE rechnet 2021 nach einem boomenden Handelsgeschäft im ersten Halbjahr mit einem besseren Ergebnis als bisher. Beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn werde jetzt ein Wert zwischen 1,05 und 1,45 (2020: 1,2) Milliarden Euro erwartet, teilte das Unternehmen überraschend am Freitag in Essen mit. Die neue Spanne liegt damit 300 Mio. Euro über der alten.

Grund für die erhöhte Prognose war ein außerordentlich gutes Ergebnis im Handel mit Strom, Gas, Rohstoffen und CO2-Emissionszertifikaten. Hier lag der operative Gewinn bis Ende Juni bereits bei 525 Mio. Euro und damit über der bislang angepeilten Spanne bis zu 350 Mio. Euro im Gesamtjahr. Jetzt werde mit einem Jahreswert deutlich darüber gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte RWE in dieser Sparte operativ 539 Mio. Euro verdient.

Deutlich mehr Strom produziert als im Vorjahreszeitraum

Die Handelssparte mit dem Namen Supply & Trading ist die Schnittstelle zwischen dem Konzern und den Energiemärkten in aller Welt. Rund 1.600 Mitarbeiter aus 40 Nationen handeln mit Commodities und CO2-Emissions­zerti­fi­katen.

RWE hat im ersten Halbjahr deutlich mehr Strom produziert als im gleichen Vorjahreszeitraum, die Erzeugung stieg von 64.500 auf knapp 81.000 Gigawattstunden. Mehr Strom als im ersten Halbjahr 2020, als es einen coronabedingten Einbruch beim Verbrauch gab, produzierte RWE mit Gas und Braunkohle. Die Erzeugung mit erneuerbaren Energien blieb in etwa auf Vorjahresniveau. "Nachdem unser Ausblick für 2021 wegen der Jahrhundertkälte in Texas niedriger ausgefallen ist, ist es erfreulich, dass wir nun die Prognose anheben können", sagte Finanzchef Michael Müller.

RWE-Papier einer der schwächsten Titel in diesem Jahr

An der Börse wurde die erhöhte Prognose positiv aufgenommen. Die Aktie stieg nach Handelsbeginn bis zu knapp drei Prozent. Das Niveau konnte das Papier nicht halten - zuletzt stand noch ein Plus von einem Prozent auf 30,28 Euro auf der Kurstafel. Damit war das RWE-Papier am Freitag nach rund einer Stunde einer von nur zwei Dax-Titeln mit einem Plus.

Im bisherigen Jahresverlauf sieht es allerdings anders aus. Seit Ende 2020 büßte der Kurs rund zwölf Prozent ein, womit das RWE-Papier einer der schwächsten Titel im deutschen Leitindex ist. Die Aktie hatte Anfang des Jahres mit 38,65 Euro ein Mehrjahreshoch erreicht - seitdem bröckelte der Kurs peu a peu ab. (dpa/hil)

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