Blick auf die Steag-Zentrale in Essen.

Blick auf die Steag-Zentrale in Essen.

Bild: © Andreas Baumer/ZfK

Der Dortmunder Stadtwerkekonzern DSW21 schließt das Geschäftsjahr mit einem deutlich höheren Ergebnis ab als bislang bekannt. Grund dafür sei ein "überraschend gute[r] Geschäftsverlauf" des Essener Kraftwerkebetreibers Steag, an dem das Unternehmen über die Kommunale Verwaltungsgesellschaft KSBG mit insgesamt 36 Prozent beteiligt ist,  heißt es in einer Presseaussendung.

Demnach ist DSW21 zu einer Wertzuschreibung in Höhe von 77,5 Mio. Euro verpflichtet. Aus den im März kommunizierten 174,9 Mio. Euro wird folglich ein Überschuss von 252,4 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte der Stadtwerkekonzern noch einen Verlust von 3,7 Mio. Euro eingefahren.

Steag in Sanierungsregime

Durch das positive Steag-Ergebnis würden den Dortmundern aber nicht automatisch liquide Mittel zufließen, schränkt der Kommunalkonzern ein. Denn die Essener stünden seit Ende 2011 wegen einer zwischenzeitlich angespannter Geschäftslage unter einem sogenannten Sanierungsregime. Heißt: Eine Gewinnausschüttung über die Kommunale Verwaltungsgesellschaft KSBG an die Gesellschafter sei demnach vorerst ausgeschlossen.

Sobald das Sanierungsregime beendet sei, gingen DSW21 die liquiden Mittel aus dem anteiligen Steag-Ergebnis zu, erklärt die neue Konzernchefin Heike Heim. "Voraussichtlich wird dies Ende 2023 der Fall sein."

Steag mit 1,9 Mrd. Euro im Plus

Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" schloss die Steag das vergangene Jahr mit einem Rekordgewinn von 1,9 Mrd. Euro ab – offiziell vorgestellt wurden die Zahlen noch nicht. Dies dürfte insbesondere auf das Comeback der unternehmenseigenen Kohlekraftwerke zurückzuführen sein, die in Zeiten historisch hoher Großhandelspreise länger liefen und gut Geld verdienen konnten. Zuvor hatte der Konzern jahrelang gekriselt.

Die kommunalen Steag-Gesellschafter – neben den Dortmundern sind das die Stadtwerke Bochum, Essen, Duisburg, Oberhausen und Dinslaken – wollen noch dieses Jahr den Kraftwerksbetreiber verkaufen. Im März ging Heims Amtsvorgänger Guntram Pehlke davon aus,  dass die Anteilseigner mit einer Veräußerung und den vor der Sanierung erzielten Dividenden mindestens den Verkaufspreis von rund 1,2 Mrd. Euro in Summe erwirtschaften würden. (aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper