Das Steinkohlekraftwerk Walsum 10 hat eine elektrische Bruttoleistung von 790 MW.

Das Steinkohlekraftwerk Walsum 10 hat eine elektrische Bruttoleistung von 790 MW.

Bild: © Steag

Der Kraftwerksbetreiber Steag hält an seinen Plänen für ein Altholzkraftwerk in Duisburg-Walsum fest, obwohl sich die Duisburger Verwaltung und die Bezirksvertretung kritisch bis ablehnend positioniert haben. Die Anlage mit einer Leistung von 20 MWel und 60th soll auf dem Gelände einer ehemaligen Papierfabrik entstehen, das von der Duisburger Hafengesellschaft (Duisport) entwickelt wird. Kooperationspartner der Steag sind die Fernwärme Niederrhein, zu der unter anderem die Stadtwerke Dinslaken und Duisburg gehören, sowie die Enni aus Moers.

"Fernwärme weiter wirtschaftlich aufstellen"

Die Steag verfolge das Projekt weiter, weil es sowohl unter klimapolitischen als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll sei, heißt es. "Schwerpunktmäßig soll die Anlage CO2-neutrale Wärme ins Fernwärmenetz einspeisen. Den Projektpartnern geht es darum, Fernwärme weiter wirtschaftlich aufzustellen", sagt Steag-Sprecher Florian Adamek auf ZfK-Anfrage. Insofern sei dies auch ergänzende Fernwärmeproduktion zur Wärmeerzeugung im Steag-Steinkohleblock Walsum 9.

Das Vorhaben war Ende August im Rahmen einer Pressekonferenz von Duisport bekannt geworden. Weil Verwaltung und Lokalpolitik von dem Projekt aus den lokalen Medien erfuhren, hagelte es an Kritik. "Wir versuchen jetzt, die emotionale Diskussion zu versachlichen", erklärt der Steag-Sprecher. Man nehme die Bedenken der betroffenen Bürger und der Verwaltung sehr ernst und suche mit ihnen das Gespräch.

Direkte Hafenanbindung

Wirtschaftlich interessant ist der Standort aufgrund der direkten Nähe zu den vorhandenen Wärme-und Stromeinspeisepunkten von Walsum 9 und 10 vor allem auch durch seine direkte Hafenanbindung. Dies ermöglicht die Verschiffung von Großkommissionen direkt bis zur Anlage. Im Kraftwerk würden nach jetzigem Stand der Planungen Materialien aller vier Holzklassen, das heißt auch teils beschichtete und lackierte Bretter sowie Bahnschwellen, verbrannt.

"Wir treiben das Projekt planerisch voran", so Adamek. Bis Ende November soll eine Projektgesellschaft gegründet werden, an der sich voraussichtlich die Fernwärme Niederrhein und Enni beteiligen werden. Welche Anteilen die einzelnen Unternehmen übernehmen werden, ist noch nicht geklärt. Die geplante Investition beträgt rund 100 Mio. Euro. Betrieben würde das Kraftwerk von der Steag New Energies, die bereits derartige Anlagen betreibt und projektiert hat. (hoe)

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