Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Münster

Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Münster

Bild: © Stadtwerke Münster

Jedes Jahr dokumentiert der Steuerzahlerbund in seinem Schwarzbuch Fälle von Steuerverschwendung. In diesem Jahr wird mit den Stadtwerken Münster auch ein Kommunalversorger öffentlich an den Pranger gestellt. Grund hierfür sind die hohen Kosten im Zuge der Abberufung der früheren Doppelspitze im September 2018 sowie für die Installierung eines Interim-Geschäftsführers. Auslöser der Trennung waren lang anhaltende Spannungen in der Führungsspitze der Stadtwerke. Diese seien aber seit längerem auch in der Lokalpolitik bekannt gewesen, moniert der Steuerzahlerbund. Dieser kritisiert nun, dass der Vertrag mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer Henning Müller-Tengelmann 2017 ungeachtet des Wissens um die Querelen in der Führungsetage dennoch um fünf weitere Jahre verlängert worden war. Es stelle sich die Frage, warum keine andere Lösung für den Führungskonflikt gefunden wurde, der für die Steuerzahler preiswerter gewesen wäre.

Hohe Zusatzkosten

Der ehemalige Kaufmännische Geschätsführer hatte gegen seine Abberufung geklagt und bei einem Vergleich eine Abfindung in Höhe von 1,2 Mio. Euro erwirkt. Mit dem Technischen Geschäftsführer Dirk Wernicke hatten die Stadtwerke Münster einen Aufhebungsvertrag geschlossen. Sein ursprünglicher Anstellungsvertrag lief aber bis August 2019. Der Steuerzahlerbund geht hier von weiteren deutlichen Zusatzkosten durch Gehaltsfortzahlungen, Abfindungen, Prämien und Bonuszahlungen aus. Hinzu kämen die Gehälter für den rund ein Jahr lang tätigen Interimsgeschäftsführer, der zwischen 20.000 und 25.000 Euro pro Monat verdient haben soll plus die Aufwendungen für die Rekrutierung eines neuen Geschäftsführerduos.

AR-Chef: Kein Einfluss auf Gewinnausschüttungen

Der Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Münster, Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier, weist auf ZfK-Anfrage die im Raum stehenden Vorwürfe zurück. Die Spannungen zwischen den beiden Geschäftsführern hätten sich letztlich zu einem Führungskonflikt zugespitzt. Die Stadt Münster habe deshalb handeln müssen und die Trennung von beiden leitenden Angestellten beschlossen. "Die Kosten für den Geschäftsführerwechsel trägt des Unternehmen Stadtwerke Münster und nicht der Steuerzahler; für die entsprechenden Belastungen des Unternehmens waren entsprechende Rückstellungen gebildet worden", widerspricht Reinkemeier. Auf die Gewinnausschüttung an den Gesellschafter Stadt Münster hätten die Belastungen keinen Einfluss, so dass trotz der Belastungen die Stadtwerke Münster im Geschäftsjahr 2018 ein Rekordergebnis von 26,8 Mio. Überschuss erzielt haben. 

Keine Preiserhöhung 

Die Kosten für den Geschäftsführerwechsel hätten auch keinen Einfluss auf die Preise der Stadtwerke, so Reinkemeier weiter. "Stadtwerke-Kunden zahlen diese Kosten nicht. Denn die Preise bilden sich am Markt und Stadtwerke wollen und müssen weiterhin wettbewerbsfähige Preise anbieten." Mit dem Wechsel der Geschäftsführung seien mit der Interimsgeschäftsführung gleichzeitig wesentliche strukturelle Veränderungen vollzogen worden, so dass mit der jetzt neuen Geschäftsführung eine profitable Zukunft des Unternehmens mit den Schwerpunktbereichen Energie/Wasser und Mobilität/Verkehr sichergestellt sei, versichert der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Münster. (hoe)

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