Die Senkung der EEG-Umlage auf Null Anfang Juli dürfte vielen Stromkunden nur eine kurze Verschnaufpause verschaffen. Immer mehr Grundversorger kündigten in den vergangenen Tagen an, bereits im darauffolgenden Monat die Preise anzuheben – und das oft auf ein Niveau, das deutlich über dem jetzigen liegt.
Knapp unter der 40-Cent-Marke macht der Dortmunder Versorger DEW21 Halt. Er berechnet von 1. August an in der Grundversorgung 39,83 Cent pro kWh Strom.
Neuruppin: 42,77 Cent pro kWh
Fast so viel müssen grundversorgte Kunden künftig auch in Osnabrück zahlen. 38,80 Cent kostet hier von August an eine kWh Strom.
Über die 40-Cent-Marke gehen beispielsweise die Stadtwerke Neuruppin in Brandenburg. Sie verlangen von August an 42,77 Cent pro kWh.
Drastische Preissteigerungen im Großhandel
Matthias Moeschler, Betreiber des Portals "www.Verbraucherhilfe-Stromanbieter.de" verfolgt die Preisentwicklungen am Strommarkt seit Jahren. Grundversorgungspreise von mehr als 40 Cent pro kWh auch für Bestandskunden seien allerdings auch für ihn neu, sagt er. "Bislang kannte ich solch hohe Arbeitspreise nur von Wahl- oder separaten Grundversorgungstarifen für Neukunden."
Das neue Preisniveau für Haushaltskunden ist Folge dramatischer Preissteigerungen im Großhandel. Seit Wochen kosten die Monatsprodukte für dieses Jahr deutlich mehr als 150 Euro pro MWh. Zuletzt bewegten sich die Kurse sogar Richtung 250 Euro. Früher waren 40 bis 60 Euro pro MWh üblich.
Wenig Auswahl auf Vergleichsportalen
Auch dürften sich grundversorgte Kunden auf der Suche nach günstigeren Alternativen derzeit schwer tun. Für Dortmund bot die VNG-Tochter Goldgas auf dem Vergleichsportal Verivox am Donnerstagmittag einen Verbrauchspreis von 41,30 Cent pro kWh und landete damit im Ranking ganz vorn.
Die Eon-Tochter E wie Einfach rief bereits einen Arbeitspreis von 47,36 Cent pro kWh auf und belegte dank üppiger Boni Platz zwei. Den letzten Rang belegten die Stadtwerke München. Ihr Angebot: 55,68 Cent pro kWh. (aba)



