Der Stadtwerke Krefeld (SWK)-Konzern hat für das Geschäftsjahr 2018 sehr gute Bilanzzahlen vorgelegt. Das zu 100 Prozent kommunale Unternehmen steigerte das Konzern-Jahresergebnis um 25 Prozent auf 34,1 Mio. Euro und erreichte damit das höchste Ergebnisniveau seit 2006. Der Anstieg wird vor allem mit einem deutlich verbesserten Finanzergebnis begründet. Das Betriebsergebnis hingegen ging um knapp zwölf Prozent zurück, Hintergrund hierfür sind geringere Erlöse im wichtigsten Geschäftsfeld Energie und Wasser. Bei den Umsatzerlösen verzeichnete der kommunale Konzern ein Plus von mehr als sieben Prozent auf rund 1,13 Mrd. Euro. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem Sondereffekte, konkret die Erweiterung des Konsolidierungskreises um die Beschaffungskooperation Quantum GmbH. Dies führte insbesondere in den Sparten Strom und Gas zu deutlichen Umsatzerhöhungen.
"Wir haben uns in einem Umfeld, das für Versorgungs-, Entsorgungs- und Verkehrsunternehmen weiterhin als herausfordernd bezeichnet werden muss, erneut beachtlich entwickelt", resümierte SWK-Vorstandssprecher Carsten Liedtke Anfang dieser Woche bei der Bilanzpressekonferenz. 72,2 Prozent des Umsatzes des Querverbundunternehmens entfiel im vergangenen Jahr auf die Geschäftsfelder Energie und Wasser. Vor allem dank seiner Tochter Lekker konnte der SWK-Konzern die Kundenzahl bis Ende 2018 auf den neuen Höchstwert von 610.000 steigern, im laufenden Jahr hat sich dieser Wert auf über 640.000 erhöht. Hierzu hat unter anderem auch die Übernahme der rund 12.000 Kunden der Marke "Kleine Racker" beigetragen. Lekker beliefert mittlerweile über 340.000 Strom- und Gaskunden und ist an der weiteren Übernahme von Kundenstämmen interessiert (siehe auch separater Artikel zum Jahresabschluss von Lekker).
Zuwächse beim Gasabsatz
Der Stromabsatz der Stadtwerke Krefeld ging im vergangenen Jahr leicht zurück um 0,6 Prozent auf 1,851 Mrd. kWh, der Gasabsatz hingegen kletterte um 2,8 Prozent auf 2,33 Mrd. kWh. In beiden Fällen konnten Rückgänge im Heimatmarkt Krefeld durch Kundengewinne im externen Markt annähernd kompensiert, im Fall der Gassparte sogar überkompensiert werden. Die Berliner Tochter Lekker Energie verzeichnete beim Stromabsatz einen Rückgang von 4,2 Prozent auf 880,4 Mio. kWh – dieser resultiert vollständig aus dem Geschäftskundenbereich. Der Gasabsatz der SWK-Tochter hingegen stieg um 15,6 Prozent auf 746 Mio. kWh. Dies hängt sowohl mit einem höheren Durchschnittsverbrauch als auch mit einer Steigerung der Kundenzahl zusammen. Lekker Energie ist mittlerweile der viertstärkste Anbieter von Ökostrom in Deutschland, die Ökostrom-Anteil am Strommix des SWK-Konzerns beträgt mittlerweile 76 Prozent.
Im Geschäftsbereich Entsorgung entwickelten sich die Umsätze der SWK leicht rückläufig und lagen bei 261 Mio. Euro. Rund 210.000 MWh Energie hat die SWK-Tochter EGK im vergangenen Jahr in Form von Strom und Fernwärme ins Netz eingespeist, die Hälfte davon aus biogenem Abfall. Auch in der Entsorgungssparte nutzt der Konzern dabei die Chancen der Digitalisierung. "Ein gutes Beispiel ist der bundesweit verfügbare Containerdienst Curanto. Kunden können über die Online-Plattform per Mausklick für ihren jeweiligen Bedarf passende Container bestellen", erklärte SWK-Vorständin Kerstin Abraham.
Innovatives Wärme-Management-System
Innovativ zeigt sich das Unternehmen auch im Erzeugungsbereich. Im Rahmen des Projekts "KWK-Modellkommune" haben die SWK ein intelligentes Wärme-Management-System entwickelt, die so genannte WoB-Box. Das steht für wirtschaftlich orientierte Betriebsführung. Die WoB-Box steuert die Blockheizkraftwerke der von den SWK installierten KWK-Anlagen. Das System berechnet dabei täglich die optimale Fahrweise des BHKW für den Folgetag und berücksichtigt dabei den lokalen Strom- und Wärmeverbrauch sowie die schwankenden Gas- und Strompreise an der Leipziger Energiebörse. Ziel der Betriebsoptimierung ist es, dass die KWK-Anlagen vorrangig dann Strom erzeugen, Sonne und Wind nicht ausreichend Energie liefern. Die Neuerung kommt mittlerweile auch in einem lokalen Eissportzentrum und in einem Schulzentrum zum Einsatz.
Deutlich gestiegen ist im vergangenen Jahr auch die Mitarbeiterzahl im SWK-Konzern auf 2752 Beschäftigte, das entspricht einem Zuwachs von 104 Mitarbeitern. Dies wird im Wesentlichen auf die verstärkte Übernahme von Leiharbeitskräften im Geschäftsfeld Entsorgung zurückgeführt. Aus dem Jahresergebnis der SWK fließt eine Netto-Dividende von 8,4 Mio. Euro an den Alleingesellschafter, die Stadt Krefeld. Diese erhält zusätzlich Konzessionsabgaben in Höhe von 14,3 Mio. Euro. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen einen deutlich niedrigeren Konzernjahresüberschuss. Dieser basiert vor allem auf prognostizierten, leicht rückläufigen Ergebnissen im Geschäftsfeld Energie und Wasser und einer wesentlich niedrigeren Ergebnisabführung von Lekker Energie als 2018. (hoe)



