Insbesondere die Offshore-Windparks leisteten 2018 einen wichtigen Beitrag zum Ergebnis der Stadtwerke München. Das Bild zeigt den Windpark Gwynt y Mor vor der walisischen Küste, an diesem sind die SWM mit 30 Prozent beteiligt.

Insbesondere die Offshore-Windparks leisteten 2018 einen wichtigen Beitrag zum Ergebnis der Stadtwerke München. Das Bild zeigt den Windpark Gwynt y Mor vor der walisischen Küste, an diesem sind die SWM mit 30 Prozent beteiligt.

Bild: © SWM

Die Stadtwerke München (SWM) haben das Geschäftsjahr 2018 mit einem operativen Ergebnis (Ebit) von 523 Mio. Euro abgeschlossen. Das entspricht einem Gewinnrückgang von knapp 15 Prozent gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres von 615 Mio. Euro. Hauptgründe dafür sind, dass die frühere Öl- und Gasproduktionstochter Bayerngas Norge mittlerweile Teil eines Joint-Ventures ist und damit nicht mehr Teil des SWM-Ebit. Weitere Einflussfaktoren waren die sehr warme Witterung und höhere Personalkosten bedingt durch ein neues Prämiensystem für die Mitarbeiter. Dennoch zeigte sich der Kommunalversorger zufrieden mit dem in 2018 erzielten Ebit, dieser liege auf "einem guten Niveau", heißt es in der Pressemitteilung der SWM.

Umsatzsprung dank Bayerngas

Positive Ergebnisbeiträge hätten  neben dem angestammten Geschäft,  vor allem die erneuerbaren Energien (insbesondere die Offshore-Windparks) mit einem Ergebnisbeitrag von rund 150 Mio. Euro, sowie die Spirit Energy, ein Joint Venture im Erdgas- und Erdölgeschäft, geliefert, in das die SWM 2017 die Bayerngas Norge eingebracht hatten. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem britischen Energieversorger Centrica habe im ersten Geschäftsjahr die Erwartungen übertroffen. Genauere Angaben zu dem Ergebnisbeitrag von Spirit Energy wurden allerdings nicht gemacht.

Umsatzsprung bei Bayerngas

Dank Absatzsteigerungen bei Strom und Erdgas erhöhte sich der Konzernumsatz des SWM-Konzerns deutlich auf 8,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,2 Mrd. Euro). Der Umsatzsprung beim Gas erfolgte vor allem bei der vollkonsolidierten Tochtergesellschaft Bayerngas. Rund 3,5 Mrd. Euro des SWM-Umsatzes entfallen auf den Bayerngas-Teilkonzern. Im Vorjahr waren es noch rund 2,6 Mrd. Euro, dies entspricht einer Umsatzsteigerung von gut 30 Prozent.

Aufgrund des Wegfalls mehrerer großer Einmaleffekte sank unterm Strich das Konzernergebnis nach Steuern von 875 Mio. Euro im Vorjahr auf nunmehr  225 Mio. Euro. Im Geschäftsjahr 2017 hatten allein die Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer und stark positive Wertberichtigungen bei der Erdgasexploration und -produktion zu einer Ergebnisverbesserung um 638 Mio. Euro geführt. Bereinigt um diese Sondereffekte hätten die SWM im vergangenen Jahr nun ein annähernd stabiles Ergebnis nach Steuern verzeichnet, heißt es. Wie vertraglich vereinbart, werden 100 Mio. Euro an die Muttergesellschaft, die Landeshauptstadt München, ausgeschüttet. Rechnet man Gewerbesteuer und Konzessionsabgaben hinzu fließen 254 Mio. Euro von den SWM in den städtischen Haushalt.

Neues Prämiensystem für Mitarbeiter

Von dem erfolgreichen Geschäftsjahr profitieren auch die SWM-Mitarbeiter, an jeden wird eine Erfolgsbeteiligung für das abgelaufene Geschäftsjahr in Höhe von 2.000 Euro ausgezahlt. Tarifangestellte erhalten zusätzlich einen Bonus von zwei Prozent auf ihr Brutto-Jahresgehalt. Die Erfolgsbeteiligung erfolgt auf der Grundlage eines 2018 neu eingeführten Prämiensystems. Mit diesem soll der Beitrag der Mitarbeiter zuzm Unternehmenserfolg noch stärker finanziell honoriert werden.

Milliarden-Investitionen aus einer Position der Stärke

Auch im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke München kräftig in den Erneuerbaren-Ausbau, die Energie- und Wassernetze sowie die Mobilität, den Glasfaserausbau und die Bäder investiert. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf 787 Mio. Euro (Vorjahr: 800 Mio. Euro). Bis 2022 plant das Unternehmen weitere Investitionen von insgesamt sechs Mrd. Euro.  Die SWM tun dies aus einer Position der Stärke: Das Eigenkapital betrug per Ende des vergangenenj Jahres 5,7 Mrd. Euro, die Eigenkapitalquote lag bei 50,5 Prozent.

Positiver Ergebnisausblick

Für die kommenden Jahre erwartet die SWM-Führung weiterhin einen stabilen Ebit und positive Konzernergebnisse nach Steuern. Die jährliche Gewinnausschüttung an die Landeshauptstadt sei dadurch auch künftig sichergestellt. Für die nächsten Jahre rechnet der Energieversorger in allen Geschäftsbereichen weiterhin mit schwierigen Marktverhältnissen, die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung würden deshalb weiter konsequent umgesetzt.

Künftige Investitionsschwerpunkte liegen bei der Ausbauoffensive Erneuerbare Energien (beispielsweise bei der Geothermianlage beim HKW Süd), im Bereich der Fernkälte und dem Glasfaserausbau. Zudem stehen im Bereich Mobilität hohe Aufwendungen bei der Modernisierung der Infrastruktur (Erweiterung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor) sowie der Fahrzeugflotte an, hinzukommen mehrere Bädersanierungen. (hoe)

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