Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Völklingen im Saarland.

Das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Völklingen im Saarland.

Bild: © Stadtwerke Völklingen

Die Stadtwerke Völklingen (SWV) Holding hat im vergangenen Jahr einen Jahresüberschuss von rund 14,13 Mio. Euro erzielt. Dazu trugen maßgeblich Sonderffekte, aus  Verkäufen von Anteilen an der Stadtwerke Völklingen Netz und der Stadtwerke Völklingen Vertrieb GmbH an die Stadtwerke Völklingen Beteiligungsgesellschaft bei, aber auch Fortschritte im operativen Geschäft. Dadurch konnte der Verlustvortrag aus den Vorjahren auf 14,475 Mio. Euro reduziert werden. Die Kommunalholding war 2014 durch ein mißglücktes Engagement in die Meeresfischzucht fast pleite, nach einem straffen Restrukturierungskurs konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr aber den Sanierungskredit ablösen und die Konzernfinanzstruktur optimieren.

Der Schuldenberg bleibt groß

"Wir sind seither wieder ein ganz normaler Bankkunde, der Sanierungsstatus ist beendet. Das Gesamtunternehmen ist jetzt über zehn Jahre solide ausfinanziert, die Bilanzsymmetrie wiederhergestellt und wir haben eine erhebliche Zinsersparnis", wird Geschäftsführer Michael Böddeker im aktuellen Geschäftsbericht zitiert. Dies dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Abtragen des Schuldenbergs, der sich durch das Missmanagement früherer Akteure angehäuft habe, noch viele Jahre dauern werde. Insgesamt habe der Konzern, auch durch einen notwendigen Neukredit für die Netzgesellschaft, Verbindlichkeiten von 35 Mio. Euro.

Auch operativ geht es bergauf, heißt es. Das Unternehmen habe die Kundenverluste reduzieren können und gewinne zunehmend neue Kunden. Basis dafür sei eine Steigerung der Servicequalität und die Einführung von Kombi- und Festpreisangeboten für Strom und Gas. Über 30 Prozent der Strom- und Gaskunden seien auf die preislich attraktiveren Festpreisangebote umgestiegen. Unter der Marke "my smart e" bündeln die Stadtwerke Völklingen seit Herbst vergangenen Jahres zudem ihre Produkte und Engagements rund um erneuerbare Energien. Besonders gut angenommen wird dabei offenbar ein Kombiprodukt aus dem Bereich Elektromobilität: Es besteht aus einem Leasingvertrag für ein E-Auto, einer Ladestation für zu Hause und einem Ökostromliefervertrag.

Neue IT-Landschaft soll interne Effizienz steigern

Die SWV Vertrieb konnte ihr Jahresergebnis leicht gegenüber dem Vorjahr steigern auf 2,5 Mio. Euro, auch die SWV Netz und die Energiedienstleistungen Völklingen steuerten mit 1,4 Mio. respektive 0,14 Mio. Euro positive Ergebnisbeiträge bei. Im laufenden Jahr liegt der kommunale Konzern nach eigenen Angaben auf Planniveau, es wird ein positives Ergebnis in Höhe von rund 1,45 Mio. Euro erwartet. Das Unternehmen will die Entwicklung neuer Geschäftsfelder vorantreiben, Keimzelle soll dabei die neue Marke "My Smart E" sein. Zur internen Effizienzsteigerung soll künftig eine neue IT-Landschaft beitragen, in die das Unternehmen in diesem und in den Folgejahren investieren wird.

Oberste Priorität hat laut Michael Böddeker im laufenden Jahr ein Personalkonzept. "Die Anforderungen für unser Geschäft verändern sich grundlegend, zudem scheiden in den nächsten fünf Jahren 30 Prozent der Belegschaft altersbedingt aus", so der SWV-Chef. Man müsse wissen, welche Qualifikationsprofile man künftig brauche, wo diese Leute zu bekommen sind und wie man sie für das Unternehmen gewinnen könne. "In Deutschland herrscht ein genereller Fachkräftemangel, die Arbeitgebermarke spielt für das Recruiting eine immer wichtigere Rolle". In der SWV-Gruppe arbeiten rund 220 Mitarbeiter. (hoe)

 

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