Die Übernahme der Thüringer Energie AG (TEAG) in die Regie der Kommunen vor fünf Jahren wird von einigen Bürgermeistern kritisch gesehen. Gewinne des Unternehmens würden in kompliziert konstruierten Beteiligungsgesellschaften statt in den Gemeindekassen landen, argumentieren die Kritiker, zu denen unter anderen Kommunalpolitiker in Schleusingen, Ruhla oder Remptendorf gehören.
Von der Dividendenzahlung in Höhe von 20 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2017 seien nur 4,25 Euro an die Kommunen geflossen; 15,75 Euro würden zur Finanzierung der immensen Schulden zur Finanzierung der Übernahme eingesetzt. «Dies entspricht einer Aktienrendite von lächerlichen 1,2 Prozent», so die Kritiker.
Festveranstaltung anlässlich der Rekommunalisierung
Thüringens größter Energieversorger erinnerte am Mittwoch mit einer Festveranstaltung an die Kommunalisierung im Jahr 2013. Damals hatten die Kommunen dem Eon-Konzern seine Thüringer Regionaltochter abgekauft, an der sie bereits Anteile hielten. Der Energiepolitiker der Linken, Steffen Harzer, verteidigte die Entscheidung, das Unternehmen zu kommunalisieren als wirtschaftlich richtig. Inzwischen gebe es auch eine Zusammenarbeit mit Stadtwerken bei erneuerbaren Energien. Harzer nannte verwies auf eine Firma für Windenergie.
Seitdem sind 85 Prozent der Aktien des Versorgers, der Netze nicht nur für Strom, Gas und Fernwärme, sondern auch für schnelles Internet unterhält, im Besitz von etwa 800 Thüringer Städten und Gemeinden, die sich für den Kauf in Schulden gestürzt haben. Die restlichen 15 Prozent der TEAG-Anteile hält die Münchner Thüga AG. An sie geht nach Angaben der Kritiker eine Dividende von rund 28 Euro pro Aktie.
Leichter Gewinnanstieg
Die TEAG erwirtschaftete nach Angaben des Vorstande im vergangenen Jahr rund 1,68 Mrd. Euro bei einem Gewinn von 71 Mio. Euro. In einem im Umbruch befindlichen Energiemarkt sei damit ein leichter Gewinnanstieg von einer Million Euro erzielt worden, geht aus dem Geschäftsbericht hervor. Beim Umsatz fiel das Plus mit 89 Mio. Euro höher aus. Für 2018 erwartet der Vorstand eine stabile Entwicklung bei Umsatz und Ertrag.
Am Hauptsitz in Erfurt wurde am Mittwoch der Grundstein für einen TEAG-Campus unter anderem mit einem Neubau für etwa 350 Mitarbeiter gelegt. Der Versorger beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt etwa 1700 Mitarbeiter. (dpa/al)



