DolWin kappa: Die Plattform ragt somit rund 53 Meter über die Wasseroberfläche der Nordsee heraus.

DolWin kappa: Die Plattform ragt somit rund 53 Meter über die Wasseroberfläche der Nordsee heraus.

Bild: © TenneT

Im ersten Halbjahr 2023 investierte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet 3,5 Mrd. Euro in den Netzausbau und -ersatz und damit fast doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte der Konzern aus den Niederlanden mit.

Das nachhaltige EBIT des Konzerns stieg um 351 Mio. Euro auf 930 Mio. Euro. Die nachhaltigen Finanzinformationen beinhalten regulatorische Forderungen und Verpflichtungen, die – basierend auf dem aktuellen Regulierungsrahmen – durch zukünftige Netzentgelte rückgewonnen werden können oder zurückgezahlt werden müssen.

Die EBIT-Steigerung sei vor allem darauf zurückzuführen, dass Tennet in Deutschland die in der ersten Jahreshälfte 2023 erstatteten erwarteten Aufwendungen für Netzstabilisierung  höher lagen als die tatsächlichen Kosten dafür.

Internationale Zusammenarbeit für ein Powerhouse Nordsee

Tennet fokussierte sich zudem auf mittel- und langfristigen Lösungen und Partnerschaften.

„Die Erzielung von Größenvorteilen, Innovationen zusammen mit dem Markt, internationale Zusammenarbeit und eine rechtzeitige und von der Regierung unterstützte, langfristige Infrastrukturplanung sind unabdingbar, um ein klimaneutrales Energiesystem für Haushalte, Industrie, Versorger und Tennet selbst realisierbar und bezahlbar zu machen“, sagt Manon van Beek, CEO von Tennet.

Verstaatlichung in Deutschland wird weiter geprüft

„Wir sind weiterhin in Gesprächen mit der deutschen Regierung, um einen Verkauf der deutschen Aktivitäten von Tennet an den deutschen Staat zu akzeptablen Bedingungen zu prüfen“, sagt Arina Freitag, CFO von Tennet.

Eine solche Transaktion würde die Schaffung von zwei starken, nationalen Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) mit europäischer Ausrichtung ermöglichen, die insbesondere in der Nordsee weiterhin eng zusammenarbeiteten werden und in der Lage seien, unsere Investitionsagenda von rund 111 Mrd. Euro umzusetzen. „Die jüngste Einlage unseres Gesellschafters in Höhe von 1,6 Mrd. Euro sowie die Kreditfazilität in Höhe von 8 Mrd. Euro, die wir in der ersten Jahreshälfte 2023 abgeschlossen haben, bieten einen ausreichenden finanziellen Spielraum.“

Größenvorteile und Investitionssicherheit

Tennet schloss mehrere „außergewöhnlich große und langfristige“ Rahmenverträge zum Ausbau der Hochspannungsinfrastruktur für die Energiewende ab.

Dazu gehören Rahmenverträge für 14 Netzanbindungssysteme für Offshore-Windenergie mit einer Leistung von jeweils 2 GW. Diese Verträge – die Konverterstationen, Kabelsysteme, Transport und Installation umfassen – hätten einen Gesamtmarktwert von mehr als 40 Milliarden Euro.

Mit diesen Verträgen könnten neue Größenvorteile und technische Standardisierungen erzielt werden, und Tennet könne sicher sein, dass die Lieferanten und die erforderlichen Netzkomponenten rechtzeitig zur Verfügung stünden.

Integriertes Nordseenetz

Die internationale Zusammenarbeit sei insbesondere für Offshore-Energieknotenpunkte und hybride Interkonnektoren wichtig. Im Mai dieses Jahres kündigten Tennet und National Grid Ventures LionLink an, einen neuen Mehrzweck-Interkonnektor (MPI) zwischen den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich.

Neben seiner Funktion als Interkonnektor wird er auch die Windenergie aus einem künftigen niederländischen 2-GW-Offshore-Windpark transportieren. Die Entwicklung ist die erste ihrer Art für das Vereinigte Königreich und die Niederlande und der erste Schritt in Richtung eines integrierten Nordseenetzes.

Vision: Hochspannungsnetze jetzt für ein zukünftiges CO2-freies Energiesystem vorbereiten

Mit der Einführung des „Target Grid 2045“ böte Tennet ein klares Konzept und Modell, um sicher zu stellen, dass die für ein nachhaltiges Energiesystem erforderliche Hochspannungsinfrastruktur zu Wasser und zu Lande effizient fertiggestellt werde und bis 2045 einsatzbereit sei.

Target Grid schlägt ein international vermaschtes Netz von Gleichstrom-„Superhighways“ und Energieknotenpunkten sowie erhebliche Verbesserungen des bestehenden Wechselstromnetzes vor. Diese Kombination von Energieknotenpunkten – verbunden durch Gleichstrom-Superhighways – stellt sicher, dass Strom aus erneuerbaren Energien über große Entfernungen von der Nordsee zu den Verbrauchern und der Industrie transportiert werden kann und dass das Stromnetz zuverlässig und sicher bleibt. (pfa)

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