Neben den Bereichen Energiewirtschaft, Telekommunikation und Versorgungsinfrastruktur zählen Mobilitäts- und Entsorgungsdienstleister zum Kundenkreis der beiden.

Neben den Bereichen Energiewirtschaft, Telekommunikation und Versorgungsinfrastruktur zählen Mobilitäts- und Entsorgungsdienstleister zum Kundenkreis der beiden.

Bild: © TSUNG-LIN WU/AdobeStock

Im schleswig-holsteinischen Kreis Pinneberg sollen die Versorgungssparten der Stadtwerke Pinneberg und Tornesch miteinander fusioniert werden. Eine entsprechende Absichtserklärung haben vor Kurzem die Bürgermeisterinnen Sabine Kählert (Tornesch) und Urte Steinberg (Pinneberg) unterzeichnet, wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Zuvor hatten bereits die beiden Ratsversammlungen der Städte einstimmig für eine Aufnahme von Fusionsverhandlungen gestimmt.

„Ziel ist eine sichere und preiswürdige Energieversorgung der Bürgerinnen und Bürger in beiden Städten, ebenso ein besseres Angebot im Bereich neue Wärmekonzepte, der Elektromobilität und der Energiedienstleistungen“, wird die Tornescher Bürgermeisterin Sabine Kählert zitiert.

In einem ersten Schritt soll jetzt der Wert der beiden Unternehmen ermittelt werden. Geprüft wird eine Fusion der Sparten Strom, Gas, Wärme und Wasser. Die Sparten Telekommunikation, Abwasser und das Schwimmbad sollen bei den Stadtwerken Pinneberg verbleiben.

Antwort auf zunehmende Netzregulierung und verschärften Wettbewerb

Den Prozess moderieren und koordinieren soll das Beratungsunternehmen Stellwerk Energy, das unter anderem die strategische Konzeption für das Gemeinschaftsunternehmen Stadtwerke SH entwickelt hatte. In dieses hatten vor einigen Jahren die Stadtwerke Rendsburg, Eckernförde und Schleswig ihre Betriebsführung zusammengelegt.

Die rund 12000 Einwohner umfassende Stadt Tornesch hatte vor einigen Jahren eine Zukunftsstrategie für ihre kleinen Stadtwerke erarbeitet. Ausgangspunkt waren massive Veränderungen im Energiemarkt, vom Klimawandel über die zunehmende Netzregulierung bis hin zum verschärften Kundenwettbewerb und dem Fachkräftemangel. Die Tornescher Verwaltung hatte dabei verschiedene Optionen für ein Zusammengehen mit anderen Stadtwerken geprüft und war auf die Stadt Pinneberg (40000 Einwohner) zugegangen.

Die Verwerfungen durch den Ukrainekrieg hätten bei dem Sondierungsprozess keine Rolle gespielt, die beiden Partner aber in ihrem Ansinnen bestärkt, heißt es.

Zwei kleinere Stadtwerke mit deutlich unterschiedlicher Größe

Die Stadtwerke Tornesch beschäftigten laut Bundesanzeiger Ende 2020 fünf Mitarbeitende, der Jahresumsatz lag bei knapp 13 Mio. Euro. 51 Prozent der Anteile liegen bei der Stadt, die zur Eon-Tochter Hansewerk gehörende Service Plus GmbH hält die restlichen 49 Prozent der Anteile und beliefert Tornesch mit Energie. Für die zu 100 Prozent kommunalen Stadtwerke Pinneberg arbeiten laut Homepage rund 125 Mitarbeitende, der Umsatz liegt bei rund 50 Mio. Euro.

Das Serviceangebot der beiden Unternehmen und die Geschäftsstellen sollen erhalten bleiben. „Keiner der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter muss sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen“, versichert Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg. (hoe)

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