Die Projektgesellschaft Trianel Kraftwerk Krefeld (TKK) beteiligt sich nicht mehr am Vorhaben, ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Krefeld-Uerdingen zu bauen. Die rund 30 kommunalen Gesellschafter zögen sich aus dem Projekt zurück, bestätigt eine Trianel-Sprecherin der ZfK. Die "Rheinische Post" hatte zuvor darüber berichtet.
2006 prüfte die TKK zuerst, im Chempark Krefeld-Uerdingen ein milliardenschweres Steinkohlekraftwerk mit einer Nettoleistung von mindestens 750 Megawatt zu bauen. Diese Pläne wurden verworfen.
Kraftwerk mit bis zu 1,2 GW geplant
Stattdessen sollte ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk mit einer Leistung von bis zu 1,2 Gigawatt entstehen. Das Kraftwerk sollte das über den Chemiepark hinausgehende öffentliche Netz mit Strom versorgen. Im Raum standen Kosten von mehr als 500 Millionen bis zu einer Milliarde Euro.
Im Februar 2013 erhielt die TKK eine erste Teilgenehmegiung zur Freimachung der Baustelle. Noch Anfang 2019 beantragte sie eine Genehmigung bei der Bezirkrsregierung Düsseldorf bis 2021.
"Ausstieg unternehmerische Entscheidung"
Trianel und den kommunalen Gesellschaftern sei der Rückzug nach den langjährigen Vorarbeiten nicht leichtgefallen, teilt die Sprecherin mit. Schließlich sei der Chempark "einer der attraktivsten Kraftwerksstandorte in Deutschland".
Allerdings hätten neben dem Preisverfall an den Strombörsen die mit kurzer Taktung erfolgten Novellierungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) und des KWKG eine Investitionsentscheidung unmöglich gemacht. "Der Ausstieg ist eine unternehmerische Entscheidung", heißt es.
Currenta hält an Planungen fest
Unklar ist, ob das Kraftwerk auch ohne die kommunalen Gesellschafter gebaut wird. Der Chemieparkbetreiber Currenta halte an den Planungen fest, heißt es. Er werde das Projekt weiter als Option zur Modernisierung des Standorts Krefeld vorantreiben.
Trianel versichert, dass es mit Currenta weiterhin zusammenarbeiten werde. Currenta sei dem Flexstore beigetreten, einer wachsenden Gruppe von Unternehmen, die insbesondere für Stadtwerke neue Geschäftsmodelle entwickeln wolle. (ab)



