Windkraft aus der Region hilft den Stadtwerken Tübingen (swt) bei der "Vergrünung" des Energie-Portfolios. Hier zu sehen: Der swt-Windpark "Amtenhauser Berg".

Windkraft aus der Region hilft den Stadtwerken Tübingen (swt) bei der "Vergrünung" des Energie-Portfolios. Hier zu sehen: Der swt-Windpark "Amtenhauser Berg".

Bild: © Stadtwerke Tübingen/Marquardt

Mit dem einer Beteiligung am Windpark Hohfleck (Landkreis Reutlingen) bietet sich für die Stadtwerke Tübingen (swt) seit Längerem wieder die Möglichkeit, ein Windparkprojekt in der Region umzusetzen. Die swt haben in einem ersten Schritt 50 Prozent der Anteile der Projektgesellschaft übernommen. Das Projekt hatte Ende Juli die Genehmigung des Landratsamtes Reutlingen erhalten.

Der Windpark entsteht mit fünf Anlagen im Waldgebiet zwischen Sonnenbühl-Undingen und Engstingen. Die Stadtwerke Tübingen beabsichtigen laut Pressemitteilung, zu einem späteren Zeitpunkt weitere Anteile zu erwerben.

„Auf unserem Erneuerbaren-Ausbaupfad sind wir in letzter Zeit mit Photovoltaik-Projekten gut vorangekommen. Ein Windparkprojekt allerdings bringt nochmals einen deutlichen Schub. Dass dies – nach vielen Jahren der Flaute bei der Windkraft mit einem Projekt quasi vor unserer Haustüre gelingen könnte, ist besonders erfreulich“, sagt swt-Geschäftsführer Ortwin Wiebecke.

Eine Klage trübt die Freude über die Genehmigung

Die fünf geplanten Windkraftanlagen des Herstellers Vestas haben eine Gesamthöhe von 200 Metern (Nabenhöhe 137 Meter) und haben eine Gesamtleistung von 18 Megawatt. Die Windhöffigkeit am geplanten Standort in der Gemeinde Sonnenbühl wird als aussichtsreich eingestuft. Getrübt wird die Freude über die Genehmigung durch eine Klage gegen diese Genehmigung. Die Begründung hierzu liegt noch nicht vor.

„Die Klage hat uns nicht wirklich überrascht – obwohl wir in der aktuellen Energiekrise lokalen Strom dringender denn je benötigen. Klagen gegen Windkraft-Genehmigungen sind mittlerweile Standard und haben in erster Linie das Ziel den Ausbau der Windkraft zu behindern“, sagt Wiebecke. „Aktuelle Zahlen, die beispielsweise aus Hessen bekannt sind, zeigen, dass bei 120 genehmigten Windkraftanlagen gegen 83 geklagt wurde.“

Bis 2024 soll 75 Prozent des Tübinger Stromverbrauchs aus eigenen EE-Anlagen gedeckt werden

Sollte nach erfolgreichem Bau des Windparks dessen Stromerzeugung wie erwartet anfallen, könnten die swt die Menge ihres selbst aus Erneuerbaren-Anlagen erzeugten Ökostroms um weitere neun Prozent steigern: Auf dann insgesamt knapp 75 Prozent des Tübinger Gesamtverbrauchs. Diesen Wert hatten die swt als Ausbauziel für das Jahr 2024.

Windparks der Stadtwerke Tübingen (bzw. anteilig als Mitglied der KommunalPartner) stehen bislang unter anderem in Oberkochen, Ellwangen/Aalen, Framersheim oder Tuttlingen. Die letzte Beteiligung der swt an einem Windpark liegt fünf Jahre zurück. Seither kam der Windkraft-Ausbau insbesondere in Süddeutschland weitgehend zum Erliegen. So sind in Baden-Württemberg zwischen Januar 2019 und Juni 2022 in dreieihalb Jahren nur 48 Windkraftanlagen in Betrieb gegangen, während es allein 2017 noch 123 gewesen waren. (hoe)

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