Der Cloud-Software-Anbieter Powercloud zählt neben Eon und EnBW auch Mainova und Rheinenergie zu seinen Kunden. "Wir werden SAP bei den Energieversorgern in Deutschland und Europa ablösen", sagte Powercloud-Gründer Marco Beicht jüngst in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Seit Ende 2016 halten die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) einen Anteil von 25,1 Prozent an dem 2012 gegründeten Start-up aus Achern im Schwarzwald.
Trotz der blendenden Ertragsperspektiven haben die TWL die Beteiligung zum 1. Januar diesen Jahres verkauft. Die internationale Ausrichtung und die geplante Expansion von Powercloud passe nicht zu einem kommunalen Unternehmen wie der TWL, heißt es in der am Montag veröffentlichten Pressemitteilung.
"Können als kommunales Unternehmen Weg nicht mitgehen"
"Powercloud ist ein schnell wachsender Cloud-Software-Anbieter für die Energiewirtschaft. Das Unternehmen unterstützt Energieversorgungsunternehmen mit innovativen Lösungen für die Digitalisierung. Powercloud bietet ihre Lösungen derzeit vornehmlich größeren und mittleren Energieversorgern an, möchte zukünftig aber auch weitere Marktsegmente erschließen", schreiben die TWL. Geplant seien ein starker Wachstumskurs und eine Internationalisierung der Marke. "Die TWL kann als kommunales Unternehmen diesen Weg nicht mitgehen und Powercloud als Anteilseigner bei diesem Weg nicht unterstützen", heißt es weiter.
Aus diesem Grund hätten die Technischen Werke ihre Anteile an die MB Beteiligungsgesellschaft verkauft, von der das Unternehmen 2016 die Anteile auch erworben hatte. Diese Entscheidung sei bereits im Herbst letzten Jahres getroffen worden. "Wir eröffnen damit einerseits Powercloud die Möglichkeit, sich international aufzustellen und einen Investor ins Boot zu holen, der sie bestmöglich unterstützen kann", erklärt Dieter Feid, Kaufmännischer Vorstand von TWL. Andererseits sei der starke Wachstumskurs und vor allem die geplante Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten nicht mit "unseren strategischen Zielen und Möglichkeiten als kommunales Unternehmen vereinbar".
Neuer starker Investor aus den USA
Mit dem weltweit führenden Wagniskapitalinvestor General Atlantic ist bereits seit Januar ein neuer starker Investor bei Powercloud eingestiegen und hat einen Minderheitsanteil erworben. General Atlantic ist unter anderem auch an Flixbus, Facebook, Uber und Airbnb beteiligt, über die finanziellen Eckdaten der Transaktion hatten beide Parteien Stillschweigen vereinbart. (hoe)



