Freude über die Rechnung? Sparen bleibt für Kunden das Hauptmotiv für einen Wechsel des Stromanbieters. (Symbolbild)

Freude über die Rechnung? Sparen bleibt für Kunden das Hauptmotiv für einen Wechsel des Stromanbieters. (Symbolbild)

Bild: © Microsoft via Unsplash

Während alternative Anbieter die gesunkenen Energiepreise an der Börse zügig an Verbraucher:innen weitergegeben haben, waren die Grundversorger zunächst zurückhaltender.

Nun ziehen auch die Grundversorger nach: 555 haben laut Check24 angekündigt, die Energiepreise zum 1. Januar 2024 zu senken.

Gaspreise fallen um 13 Prozent

Zum 1. Januar 2024 gibt es 255 Fälle von Gaspreissenkungen in der Grundversorgung, berichtet das Vergleichsportal. Davon profitierten 2,4 Millionen Haushalte. Im Schnitt betragen die Senkungen demnach 13 Prozent.

Insgesamt gäbe es seit dem 1. September 2023 430 Fälle von Preissenkungen in der Gasgrundversorgung. Die Senkungen betrügen im Schnitt elf Prozent im Vergleich zum 31.8.2023.

Laut Check 24 liegen in der Grundversorgung noch 75 Prozent der Gastarife über der Gaspreisbremse. In der Alternativversorgung seien bereits 98 Prozent der Tarife günstiger als die Preisbremse.

Seit dem 1. September 2023 gab es 25 Fälle von Gaspreiserhöhungen in der Grundversorgung – 19 Fälle davon sind Gaspreiserhöhungen zum 1. Januar 2024. Die Erhöhungen betragen im Schnitt neun Prozent. Das entspricht Mehrkosten von durchschnittlich 189 Euro.

Strompreise: 340 Versorger senken Grundpreis

Zum neuen Jahr sind laut Check 24 340 Fälle von Strompreissenkungen in der Grundversorgung angekündigt. Die Senkungen betragen im Schnitt vier Prozent im Vergleich zum 31.8.2023.

Seit dem 1. September 2023 gibt es demnach insgesamt 464 Fälle von Strompreissenkungen in der Grundversorgung, die Senkungen betragen im Schnitt fünf Prozent im Vergleich zum 31.8.2023.

Aktuell lägen in der Grundversorgung noch 57 Prozent der Stromtarife über der Strompreisbremse, bei alternativen Anbietern seien bereits 97 Prozent der Tarife unterhalb der Preisbremse.

Seit dem 1. September 2023 gibt es laut den Vergleichsportal zudem 34 Fälle von Strompreiserhöhungen in der Grundversorgung. Die Erhöhungen betragen im Schnitt vier Prozent. Das entspricht Mehrkosten von durchschnittlich 85 Euro. 

Jüngstes Beispiel für Preiserhöhung

Wir hatten an verschiedenen Stellen schon über Erhöhungen gegen den Trend geschrieben; ein Versorger, der nun dazu zählt ist die Zwickauer Energieversorgung.

Im Bereich Strom werden in Zwickau die Preise zum Neujahr für alle Bestandskunden angepasst. Die Anpassung beinhaltet in der Grundversorgung eine Erhöhung des Arbeitspreises um 3,06 Cent pro Kilowattstunde (brutto) sowie in den Wahlprodukten um 6,63 Cent pro Kilowattstunde (brutto).

Steigende Fixkosten

Steigende Fixkosten aus dem regulierten Netz- und Messstellenbetrieb spiegelten sich zudem in einer Erhöhung des Grund- und Messpreises um 9,17 Euro pro Jahr (brutto) wider.

Grund für die Anpassung seien insbesondere die gestiegenen Beschaffungskosten im Zeitraum 2022/2023 und deutlich erhöhte Kosten für die Netznutzung. Dies könne durch die leicht gesunkene Belastung aus Steuern, Abgaben und Umlagen nicht kompensiert werden.

" Wir beschaffen langfristig und spekulationsfrei." - André Hentschel, Zwickauer Energieversorgung

André Hentschel, Co-Geschäftsführer erläutert den Hintergrund der Anpassung so: "Die benötigten Energiemengen beschaffen wir langfristig und spekulationsfrei.“ Das führe dazu, dass kurzfristige Preisveränderungen an den Beschaffungsmärkten "erst verzögert in unserem Portfolio ankommen".

"Fest steht, dass wir alle Preisänderungen ehrlich kommunizieren und umsetzen. Die ZEV steht für Fairness und Transparenz – dies spiegelt sich auch weiterhin in unserer Preispolitik wider."

Allerdings senkt die Zwickauer Energieversorgung ihre Erdgaspreise für 2024 um 5,35 Cent pro Kilowattstunde (brutto). (pfa)

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