Die zwischen den Jahren bei der ZfK durchgeführte Umfrage von Civey hat interessante Einblicke in die wahrgenommenen energiepolitischen Herausforderungen für das Jahr 2024 geliefert. Zwischen 700 und 1.000 Personen beantworten jeweils die insgesamt sechs Fragen.
Die Mehrheit der Teilnehmenden identifizierte die Bezahlbarkeit und Kontrolle der Energiekosten als die größte Herausforderung in diesem Jahr. Auf dem zweiten Platz sehen die Teilnehmer die Kritik an der aktuellen Energiepolitik sowie den Wunsch nach der Wiedereinführung der Atomkraft als Herausfoderung für dieses Jahr. 18,8 Prozent der Befragten bewerten dies als Risikofaktor.
Größte energiepolitische Herausforderung für 2024
Die Sicherstellung der Energieversorgung und der Ausbau der Infrastruktur wurden von 16,9 Prozent der Befragten als zentrale energiepolitische Herausforderung genannt. Das verdeutlicht die Bedeutung von Maßnahmen zur Gewährleistung einer stabilen und zuverlässigen Energieversorgung. Die Förderung erneuerbarer Energien und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes rangieren mit 16,6 Prozent auf dem vierten Platz der wahrgenommenen Herausforderungen.
Wenig Sorgen machen sich die Befragten beim Bürokratieabbau mit nur 1,5 Prozent, und bei der sozialen Gerechtigkeit in der Energiepolitik, mit lediglich 2,4 Prozent. Diese Aspekte nahm die Mehrheit der Teilnehmenden nicht als vorrangige Herausforderungen wahr. Insgesamt verdeutlicht die Umfrage, dass die Bezahlbarkeit und Kontrolle der Energiekosten sowie die Kritik an der aktuellen Energiepolitik dominierende Themen sind.

Verläuft 2024 wirtschaftlich besser als 2023?
Interessante Einblicke in die Erwartungen der finanziellen Entwicklung der Stadtwerke in diesem Jahr lieferte die Umfrage unter 1005 Teilnehmern: Eine signifikante Mehrheit von 43,7 Prozent der Befragten geht davon aus, dass die Stadtwerke in ihrer Kommune im Jahr 2024 mehr Gewinn erwirtschaften werden als im aktuellen Jahr. Dies deutet auf eine positive Einschätzung der wirtschaftlichen Perspektiven und Performance der Unternehmen hin.
Etwa 23,7 Prozent der Teilnehmenden sind hingegen der Meinung, dass die Stadtwerke im Jahr 2024 weniger Gewinn machen werden als im aktuellen Jahr. Eine weitere beträchtliche Gruppe von 17,8 Prozent erwartet, dass die Stadtwerke im Jahr 2024 genauso viel Gewinn erwirtschaften werden wie 2023.
Allerdings gaben auch14,8 Prozent der Befragten an, dass sie keine klare Einschätzung darüber haben, ob die Stadtwerke in ihrer Kommune dieses Jahr weniger oder genauso viel Gewinn machen werden wie im aktuellen Jahr.

Ausbau der erneuerbaren Energien in den Kommunen
Die von 1006 kommunalen Entscheidungsträgern getätigten Aussagen in Bezug auf den erwarteten Fortschritt beim Ausbau erneuerbarer Energien im Jahr 2024 liefern Einblicke in die Erwartungen auf lokaler Ebene. So zeigt sich ein deutlicher Anteil von 40,7 Prozent der befragten Teilnehmer optimistisch und erwartet eindeutige oder eher Beschleunigung beim Ausbau erneuerbarer Energien in ihrer Kommune in diesem Jahr.
26,6 Prozent geben an, eher unentschieden bezüglich des erwarteten Fortschritts beim Ausbau erneuerbarer Energien zu sein. Ein bedeutender Anteil von 32,7 Prozent der befragten Entscheidungsträger erwarten hingegen eindeutige oder eher Rückschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien in ihrer Kommune im Jahr 2024.

Die wichtigsten Investitionen 2024
Einblicke in die Schwerpunkte und Prioritäten von Kommunen hinsichtlich ihrer Investitionen für dieses Jahr gaben 1005 kommunale Entscheidungsträger. An erster Stelle stehen dabei Verkehrsinfrastrukturprojekte mit 37,9 Prozent. Auf dem zweiten Platz rangieren Stadtentwicklungsprojekte mit 36,5 Prozent.
Für 25,1 Prozent der Befragten steht der Ausbau erneuerbarer Energiequellen als entscheidende Investition im Jahr 2024 an dritter Stelle. Die digitale Transformation nimmt mit 24,6 Prozent aktuell nur den vierten Platz ein. Soziale Wohnungsbauprojekte (23,4 Prozent) und Umwelt- sowie Nachhaltigkeitsprojekte (16,6 Prozent) liegen auf den Plätzen fünf und sechs. Inklusive Sozialprogramme schließen die Liste mit 10 Prozent ab.

Chancen neuer Geschäftsmodelle
Die Zukunft moderner Geschäftsmodelle in Kommunen bewerteten 1006 Teilnehmer eher skeptisch. Die Ergebnisse zeigen unterschiedliche Perspektiven bezüglich der Chancen, die dezentrale Solarstromspeicher, E-Mobilität und Wallboxen 2024 bieten könnten. Hier überwiegt die Skepsis: 47,6 Prozent der Teilnehmer sehen eindeutig geringe oder eher geringe Chancen für moderne Geschäftsmodelle in ihrer Kommune.
Andererseits sehen 35,6 Prozent der Befragten eindeutig große oder eher große Chancen. Ein weiterer Anteil von 16,8 Prozent ist unentschieden bezüglich der Chancen für moderne Geschäftsmodelle. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Einschätzung der Chancen für moderne Geschäftsmodelle in den Kommunen vielschichtig ist. Während einige optimistisch in die Zukunft dieser Technologien blicken, gibt es auch eine beträchtliche Anzahl von Befragten, die skeptisch sind oder noch unentschlossen.

Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich
Zu den Ansichten zur Einführung einer Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich haben 1003 kommunale Entscheidungsträger teilgenommen. Deutlich wird: Die kritische Haltung überwiegt. Mehr als die Hälfte der Befragten, genauer gesagt 52,3 Prozent, äußerten sich negativ zur Idee einer Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich. Diese Gruppe zeigt eine eindeutig oder eher ablehnende Haltung gegenüber der Verkürzung der Arbeitswoche.
Auf der positiven Seite äußerten sich 34,8 Prozent der Teilnehmer eindeutig oder eher positiv zur Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich. Dies zeigt, dass es eine beträchtliche Anzahl von Befragten gibt, die die Idee einer kürzeren Arbeitswoche unterstützen. 12,9 Prozent der Teilnehmer gaben an, unentschieden bezüglich ihrer Bewertung zur Vier-Tage-Woche zu sein. (sg)


