Uniper hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr trotz Corona-Pandemie deutlich gesteigert. Wie der Düsseldorfer Energiekonzern bekannt gab, belief sich das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen auf knapp eine Milliarde Euro.
Zugleich warf eine Uniper-Ankündigung Rätsel auf. Demnach hätten sich die Düsseldorfer mit dem finnischen Großaktionär Fortum noch nicht auf eine Dividendenpolitik für das laufende Jahr geeinigt. Ein eher ungewöhnlicher Vorgang. Dass es Krach gebe zwischen den beiden Unternehmen, wies Uniper-Vorstandsvorsitzender Andreas Schierenbeck allerdings zurück.
Gewinnbringer:
Uniper profitierte 2020 nach eigenen Angaben von einem außergewöhnlich guten Gasgeschäft weltweit. Damit konnte das Unternehmen Rückgänge im internationalen Stromgeschäft mehr als kompensieren. Auch das internationale Handelsgeschäft blieb hinter den Ergebnissen des Vorjahres.
In Europa führten gute Preise für Atomstrom und boomende Wasserkraftwerke zu höheren Ergebnissen. Andere erneuerbare Energien spielten kaum eine Rolle.
Uniper ist in Schweden an drei Kernkraftwerken beteiligt. In Deutschland hat das Unternehmen zwar Kohle- und Gaskraftwerke, aber keine Atommeiler.
Verschuldung:
Einen deutlichen Sprung auf 3,1 Milliarden Euro machte der Düsseldorfer Energieversorger bei den Nettoschulden. Der Anstieg sei jedoch ausschließlich auf höhere Pensionsverpflichtungen und Rückbauverpflichtungen aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus zurückzuführen, hieß es. Die finanzielle Nettoverschuldung habe sich aufgrund des Cashflows sogar verbessert.
Dekarbonisierung:
Uniper hat sich vorgenommen, bis 2035 seine europäische Stromerzeugung CO2-neutral zu gestalten.
2030 soll mehr als die Hälfte der Strecke erreicht sein. Dann soll nur noch das moderne Steinkohlekraftwerk Datteln 4 (Nordrhein-Westfalen) mit einer Leistung von einem Gigawatt am Netz sein.
Ausbau der Erneuerbaren:
Uniper plant den Aufbau von einem Gigawatt an Solar- und Windenergie bis 2025 und weiterer drei Gigawatt in den folgenden Jahren. Dies soll als Grundlage für die Erzeugung grünen Wasserstoffs dienen.
Wasserstoff:
An mehr als zehn Wasserstoffprojekten arbeitet der Düsseldorfer Energieversorger nach eigenen Angaben aktuell. Darunter befinde sich das Vorhaben Hamburg-Moorburg, wo Uniper mitunter mit der Siemens Energy und der Stadt Hamburg geeignete Bedingungen für grünen Wasserstoff untersucht. Zudem soll eine Wasserstoff-Handelsplattform entstehen.
Dividende:
Für das vergangene Geschäftsjahr will der Energieversorger 1,37 Euro pro Aktie ausschütten. Das ist etwas mehr als im Vorjahr.
Wie Uniper vorab kommunizierte, ist die Dividendenpolitik mit Fortum für 2021 dagegen noch offen. Die Gespräche dauerten an, hieß es.
Dass die beiden Unternehmen im "Streit" seien, könne er aber nicht bestätigen, sagte Vorsitzender Schierenbeck. "Es ist die Aufgabe des Managements, für ein Unternehmen Dividendenfähigkeit herzustellen", führte er aus. "Welche Dividende sich der Eigentümer auszahlen lässt, ist dann Sache der Hauptversammlung."
Fortum hält drei Viertel der Uniper-Aktien
Nach einem langen Tauziehen und einem heftigen Übernahmestreit hatte Fortum im vergangenen Jahr die Mehrheit der Uniper-Aktien übernommen. Inzwischen hält der Konzern drei Viertel der Anteile.
Bis Ende 2021 verzichtet Fortum auf einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag inklusive einem Herausdrängen der Kleinanleger. Wie es danach weitergeht, ist offen. (ab)
Siehe auch: Grüner Wasserstoff: Uniper und Hafenbetrieb Rotterdam starten Studie



