Die gestiegenen Erdgaspreise schieben die Geschäfte des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper an. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 405 Millionen auf 614 Millionen Euro.
Der bereinigte Konzernüberschuss wuchs ebenfalls um mehr als die Hälfte auf 487 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen am Freitag mitteilte. Erste Eckdaten hatte Uniper Ende Oktober vorgelegt und in diesem Zuge die Prognose für das Gesamtjahr erhöht.
Uniper betreibt Reihe von Gasspeichern
"Wir erleben derzeit einen globalen Wettbewerb bei der Nachfrage nach Gas", sagte Finanzchefin Tiina Tuomela laut Mitteilung. Entsprechend gab es einen deutlichen Ergebnisanstieg im Segment globaler Handel, zu dem Versorgung, Transport und Speicherung von Erdgas gehören.
Uniper ist einer der größten Gasimporteure in Deutschland und wichtiger Handelspartner des russischen Staatskonzerns Gazprom. Zudem betreibt das Unternehmen eine Reihe von Gasspeichern.
Uniper profitiert von Datteln 4
Auch der Bereich europäische Erzeugung liegt laut Uniper über dem Vorjahreszeitraum. Dieser umfasst im Wesentlichen Kraftwerke in Deutschland, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden.
Der Bereich habe vor allem von der Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks Datteln 4 Ende Mai 2020 sowie von der Wiederinbetriebnahme der Gaskraftwerksblöcke Irsching 4 und 5 im vierten Quartal 2020 profitiert. An Irsching 4 hält Uniper alle, an Irsching 5 mehr als die Hälfte der Anteile (50,2 Prozent).
Rückenwind an Börse
Der Rückenwind der steigenden Energiepreise für Uniper kommt auch dem Aktienkurs zugute. Seit Jahresanfang steht ein Plus von fast 40 Prozent zu Buche. Am Freitag ging es jedoch um 0,2 Prozent abwärts. Mit knapp 39 Euro lag der Kurs aber nahe der Rekordhöhen der vergangenen Tage. (aba)



